Sag immer nie bei unerwünschter Post

11. Jänner 2004, 20:02
posten

Selbstschutz ist notwendig: Ein kleiner Verhaltenscodex im Umgang mit Spams

Völlig sicher vor Spam ist niemand, der eine Mailadresse sein Eigen nennt. Selbst wer seine Daten nicht im Internet veröffentlicht, kann Opfer der unerwünschten Zusendungen werden (Wissen). Sich dagegen zu wehren ist nicht einfach. Rein rechtlich gesehen haben Betroffene zwar einen Unterlassungsanspruch. Der kann aber nur dann durchgesetzt werden, wenn der verantwortliche Absender zweifelsfrei identifizierbar ist. Da Namen und/oder vollständige Firmenadresse meistens nicht bekannt sind, sind die Erfolgschancen gering.

Eindämmen lässt sich das Problem zumindest - und zwar nicht nur mithilfe technischer Sicherheitsmaßnahmen. Denn wie sehr die E-Müll-Plage in der eigenen Mailbox grassiert, hängt zum Teil auch vom Nutzerverhalten ab. In Deutschland hat die Stiftung Warentest kürzlich einige Nutzergruppen ermittelt, die besonders anfällig für Spams sind. Dazu zählen vor allem Newsgroup-Besucher, die auf schwarzen Brettern ihre Mailadresse bekannt geben und Homepagebetreiber, die ihre Seiten mit stark frequentierten Sites verlinken.

[] Grundsätzlich gilt: Zweifelhafte E-Mails sofort löschen. Auf gar keinen Fall darauf antworten. Auch dann nicht, wenn eine so genannte Remove-Liste oder Abbestellfunktion angeboten wird, mit der man angeblich weitere Zusendungen unterbinden kann. Beides hat meist nichts anderes zur Folge, als dass der Spam-Absender die Bestätigung für die Gültigkeit der Mailadresse erhält. Damit steigt der Wert der Adresse, sie kann weiterverkauft werden. Ergebnis: noch mehr Spam.

[] Niemals Links oder Dateianhänge einer Spam-Mail anklicken. Die Gefahr, sich damit Viren oder Dialer (Programme, die sich unbemerkt über sündteuere Telefonverbindungen ins Internet einwählen und zum Teil horrende Verbindungskosten verursachen können) einzufangen ist groß. [] Niemals Hauptmailadresse verwenden, wenn man zum Beispiel in Foren Beiträge schreibt oder an Onlinegewinnspielen teilnimmt. Dafür bietet sich die Einrichtung eines Freemail-Accounts an. Sobald diese Mailadresse in die Fänge von Spam-Versendern gerät, kann der Account problemlos gelöscht und ein neuer angemeldet werden. [] Niemals eine Dienstleistung/ein Produkt kaufen, das mit Spam beworben wird. Solange sich das Geschäft lohnt, wird sich immer jemand finden, der es betreibt. (streim/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5./6. 1. 2004)

Share if you care.