Serbien: Kein Echo für Vorschlag der All-Parteienregierung

7. Jänner 2004, 13:32
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Kostunica warb mit entspannender Wirkung einer "Konzentrationsregierung"

Belgrad - Neun Tage nach der Parlamentswahl in Serbien sind am Dienstag die Verhandlungen über die Bildung einer neuen Regierung in Belgrad fortgesetzt worden. Den Vorschlag von Vojislav Kostunica, Chef der Demokratischen Partei Serbiens (DSS), eine All-Parteienregierung zu bilden, lehnten alle ins Parlament gewählten Parteien ab.

Eine solche "Konzentrationsregierung" würde zur notwendigen politischen Entspannung im Lande führen, hatte Kostunica seinen Vorschlag begründet. Die DSS ist mit 53 Mandaten die zweitstärkste Partei in der 250 Sitze umfassenden Volksvertretung. Die Verhandlungen sollen an diesem Mittwoch wegen des serbisch-orthodoxen Weihnachtsfestes unterbrochen werden, hieß es in Belgrad.

Koalitionsregierung notwendig

Weil keine der sechs ins Parlament gewählten Parteien die Mehrheit errungen hat, wird die Bildung einer Koalitionsregierung nötig sein. Sollten die Verhandlungen scheitern, müssten Neuwahlen stattfinden.

Die mit 82 Mandaten stärkste Fraktion, die extremistische Serbische Radikale Partei (SRS), will nur mit der DSS über eine Koalitionsregierung sprechen. Alle anderen Kombinationen kämen nicht in Frage, bekräftigte die Radikale Partei am Dienstag. (APA/dpa)

Von Andrej Ivanji aus Belgrad
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    Heftig umworben: Kostunica und seine Partei, die Demokratische Partei Serbiens (DSS).

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