Fliegen ist in Afrika extrem gefährlich

5. Jänner 2004, 15:49
posten

Mängel bei Flugkontrolle

Nirgendwo auf der Welt ist Fliegen gefährlicher als in Afrika. Neben Beinah-Zusammenstößen und Unglücken mit wenigen Opfern kommt es immer wieder zu Katastrophen mit sehr vielen Toten. Erst im Dezember gab es 138 Opfer, als eine Boeing 727 vor der Küste von Benin in den Atlantik stürzte. Im Juli 2003 waren 116 Menschen in einer B-737 vor Port Sudan gestorben. Vier Monate zuvor kamen im Süden Algeriens 102 Menschen ums Leben. Unklar ist bis heute, wie viele Menschen am 8. Mai 2003 bei Kinshasa (Kongo) aus der offenen Ladeklappe einer Frachtmaschine gesogen wurden.

Im Mai 2002 war ein nigerianisches Flugzeug nach dem Start in Kano auf dicht besiedeltes Gebiet gestürzt: 148 Tote. Als ein kenianischer Airbus am 30. Jänner 2000 vor der Elfenbeinküste verunglückte, starben 169 Menschen.

Am 8. Jänner 1996 wurden in Kinshasa (Zaire) 298 Menschen getötet, als ein Frachtflugzeug über die Startbahn hinausschoss und einen Marktplatz niederwalzte. Eine entführte äthiopische Passagiermaschine stürzte wegen Treibstoffmangels am 23. November 1996 vor den Komoren-Inseln ins Meer. 127 Menschen kamen ums Leben.

Überalterte Maschinen

In Afrika ereigneten sich im Jahr 2002 fast 27 Prozent (2001: zwölf Prozent) aller tödlichen Unfälle mit mehrmotorigen Flugzeugen, obwohl auf diesen Kontinent nur drei Prozent aller zivilen Flugbewegungen entfallen. Einer Boeing-Studie aus dem Jahr 2000 zufolge ist die Gefahr, bei einem Flugzeugunglück ums Leben zu kommen, in Afrika 14-mal größer als in Mittel-und Westeuropa.

Für die Unfälle macht der Pilotenverband mangelnde Ausrüstung der Fluglotsen und unzureichende Bodenkontrollen verantwortlich. Ferner seien die Maschinen oft überaltert. (dpa/DER STANDARD; Printausgabe, 5./6.1.2004)

Share if you care.