Multitalent Arik Brauer feierte seinen 75.

8. Jänner 2004, 13:40
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Als Maler Mitbegründer der "Wiener Schule des Phantastischen Realismus"

Das künstlerische Multitalent Arik Brauer feierte am Sonntag seinen 75. Geburtstag. Der gebürtige Wiener hat als Maler die "Wiener Schule des Phantastischen Realismus" mitbegründet, zudem profilierte er sich als Grafiker, Bühnenbildner, Sänger und Dichter. Ausgedehnte Reisen dienten ihm als Inspirationsquelle für sein Werk. Heute lebt und arbeitet Brauer in Wien und Israel.

Der Künstler wurde am 4. Jänner 1929 in Wien als Erich Brauer in eine russisch-jüdische Handwerkerfamilie geboren. Der Nationalsozialismus beendete seine unbeschwerte Kindheit im Wien der dreißiger Jahre: Brauers Vater starb in einem Konzentrationslager, er selbst überlebte in einem Versteck.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges inskribierte der damals 16- Jährige an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Dort waren u.a. Albert Paris Gütersloh, der geistige Vater der Wiener Surrealisten, und Herbert Boeckl seine Lehrer. Nach Abschluss seines Studiums unternahm Brauer ausgedehnte Reisen, besonders Eindrücke aus dem Orient sollten sein späteres Werk prägen.

Mit seiner Frau Naomi ließ er sich in Paris nieder, wenig später stellten sich auch erste Ausstellungserfolge ein. Als Brauer 1964 nach Wien zurückkehrte, genossen die phantastischen Realisten bereits große Popularität. Gemeinsam mit Ernst Fuchs, Rudolf Hausner, Anton Lehmden und Wolfgang Hutter zählte Brauer bald zu den Stars der heimischen Kunstszene.

Brauers Gesangskarriere erreichte in den siebziger Jahren ihren Höhepunkt: Mit Dialektliedern wie "Sie ham a Haus baut" war er an der Geburt des Austropops beteiligt. Musikalisch hat ihm heute allerdings seine Tochter Timna den Rang abgelaufen, die als eine der führenden Jazzinterpretinnen Österreichs gilt.

Brauer erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter das Österreichischen Ehrenkreuz 1. Klasse. Noch bis zum 1. Februar zeigt das KunstHaus Wien die umfangreiche Arik Brauer-Schau zum 75er, "Schieß nicht auf die blaue Blume...!". (APA)

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