US-Börsenaufseher in Italien

4. Jänner 2004, 19:31
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Durchsuchungen in Parma und New York

Parma - Ein Ermittlungsbeamter der New Yorker Börsenaufsichtsbehörde SEC ist am Wochenende mit Vertretern der italienischen Justiz zusammengetroffen, um sich über das weitere Vorgehen im Parmalat-Skandal abzustimmen. Bei den Ermittlungen beider Seiten könnten sich möglicherweise Reibungspunkte ergeben, sagte SEC-Beamter Lawrence West der Wirtschaftszeitung "Il Sole - 24 Ore". "Aus genau diesem Grund denken wir, dass wir zusammenarbeiten müssen."

SEC um Ansprüche der amerikanischen Investoren bemüht

Der inhaftierte Gründer des insolventen Nahrungsmittelkonzerns Parmalat, Calisto Tanzi, hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft bis zu 620 Millionen Dollar (492 Mill. Euro) aus dem Firmenvermögen in das Tourismus-Geschäft seiner Familie abgezweigt. Neben den Ermittlungen der italienischen Justiz wegen betrügerischen Bankrotts und Bilanzfälschung bemüht sich die SEC darum, die Ansprüche der amerikanischen Parmalat-Investoren zu wahren. Die SEC hat in die USA Zivilklage gegen Parmalat wegen Betrugs eingereicht.

Aus italienischen Justizkreisen verlautete, bei Durchsuchungen der Büros eines Parmalat-Anwalts seien in New York "nützliche Dokumente" aufgetaucht. Der betroffene Anwalt, Gianpaolo Zini, sitzt in Mailand in Untersuchungshaft. Tanzi wurde am Samstag erneut zu den Umständen des Skandals vernommen. Er habe dabei "seine Rekonstruktion der Tatsachen" erläutert, sagte Ermittlungsrichter Guido Salvini. (APA/AP)

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