4,3 Millionen Arbeitslose in Deutschland

8. Jänner 2004, 12:24
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Kaum Hoffnung auf Besserung für 2004 - Wachstumsprognosen nach unten korrigiert

Frankfurt/Berlin - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist zum Jahreswechsel offenbar spürbar gestiegen. Bundesweit waren im Dezember 4,31 Millionen Menschen ohne Arbeit, um 125.000 mehr als im November, wie "Welt" und "Bild"-Zeitung am Wochenende berichteten. Dies sei die höchste Dezember-Arbeitslosigkeit seit 1997, als 4,52 Millionen Menschen ohne Job waren. Die Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit will am Donnerstag ihre Zahlen vorlegen.

Sechs-Jahres-Höchststand

Auch im Jahresdurchschnitt für 2003 zeichnet sich ein neuer Sechs-Jahres-Höchststand bei der Arbeitslosigkeit ab. Wie "Welt" und "Bild" berichteten, waren im vergangenen Jahr im Mittel 4,36 Millionen Menschen ohne Job. Daran wird sich nach Einschätzung führender Wirtschaftsforscher auch 2004 nichts ändern. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet in seiner jüngsten Konjunkturprognose damit, dass die Zahl der Beschäftigten in diesem Jahr noch einmal um 0,3 Prozent sinkt und im Schnitt etwa 4,3 Millionen Menschen auf Arbeitssuche sein werden. Die Bundesanstalt für Arbeit hält es dagegen laut "Welt" für möglich, dass die Arbeitslosigkeit im Jahresmittel niedriger ist als 2003.

Korrigierte Wachstumsprognosen

Die Wirtschaftsforscher dämpfen jedoch den Optimismus. Nach dem Kompromiss zur Steuerreform haben mehrere ihre Wachstumsprognosen leicht nach unten korrigiert. Das DIW rechnet nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" mit einem Konjunkturplus von 1,4 Prozent im laufenden Jahr.

Der Wirtschaftsexperte Wolfgang Wiegard, Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, erwartet einen Anstieg um 1,6 Prozent. Hauptgrund für die leichte Korrektur sei, dass das Vorziehen der letzten Steuerreformstufe von 2005 auf 2004 weniger Entlastung bringe als erwartet, sagte Wiegard dem Nachrichtenmagazin "Focus". Im Herbst hatten die sechs führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute noch 1,7 Prozent Wachstum für 2004 vorausgesagt. (APA/AP)

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