"Gerechtigkeit und Toleranz" als wichtigste Werte für SP-Kandidaten

7. Jänner 2004, 17:23
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Heinz Fischer umreisst persönliche Erfahrungen, die er ins Amt einbringen will

Klagenfurt - Der Zweite Nationalratspräsident Heinz Fischer will auch im Falle seiner Wahl zum Bundespräsidenten sein Lebensmotto "Gerechtigkeit und Toleranz" in den Mittelpunkt seiner Tätigkeit stellen. Ebenso wolle er "alle Erfahrungen und Erlebnisse", die er von beziehungsweise mit Bruno Kreisky, Willy Brandt, Alexander Dubcek und Rudolf Kirchschläger gewonnen habe, weiterhin "für eine richtige Politik und ein ebensolches Amtsverständnis" mit einbringen, sagte Fischer am Wochenende im Gespräch mit der APA.

Mit Alexander Dubcek befreundet

Dubcek, die Symbolfigur des "Prager Frühlings", sei für ihn ein Freund gewesen, sagte Fischer und erinnerte daran, dass er anlässlich dessen 70. Geburtstages 1991 die Festrede und nur wenige Monate später die Grabrede für den neben Vaclav Havel größten Vorkämpfer der tschechoslowakischen Demokratie gehalten habe. Fischer: "Dubcek hat mir viel zum Nachdenken über Gesinnungsstärken sowie über das Kurz- und Langfristige in der Politik gegeben." Altbundespräsident Kirchschläger sei für ihn stets für Menschlichkeit gestanden.

Für Kardinal König gekocht

"Für Kardinal König hat meine Frau in unserer Wohnung in der Josefstädter Straße gekocht und ich habe den Salat gemacht", erzählte der Präsidentschaftskandidat und versicherte, dass er sich im Falle eines Wahlsieges "gut vorstellen könne, auch die nächsten 20 Jahre dort zu leben". Er hätte sich nämlich schon als Klubsekretär, Klubobmann, Minister und Parlamentspräsident dort sehr wohl gefühlt. Ein Problem gebe es allerdings, bedauerte Fischer: "Ich habe zu Hause 5.000 bis 6.000 Bücher und alle Wände sind damit so zugepflastert, dass es nicht mehr steigerbar ist."

Als "größter Miles-Davis-Fan Österreichs" begrüßt

Lesen sei eines seiner großen Hobbys, sagte Fischer, der selbst eine Reihe von Büchern geschrieben hat. Weitere Freuden - neben dem Fußball - bereiten dem seit 40 Jahren politisch Aktiven die Malerei und Bilder ("Ich kann keine Stadt verlassen, ohne deren zwei beste Museen besucht zu haben") sowie die Musik. Und hier hat es Fischer in erster Linie der Jazz angetan. Früher seien es Dixieland und Swing gewesen, aber nach und nach habe er das erweitert. "Kürzlich wurde ich in einem Wiener Jazz-Lokal als der größte Miles-Davis-Fan Österreichs begrüßt", zeigte sich Fischer erfreut. Glücklich sei er auch über seine Begegnung mit Oscar Peterson vor rund einem Monat gewesen.

Das Privileg, anderen helfen zu können

Kurz nachdenken musste der Präsidentschaftskandidat bei der Frage, was sein "schönstes Erlebnis als Politiker" gewesen sei. Es sei eine große Versuchung, hier politische Erfolge zu nennen. Für ihn seien es aber jene Dinge, die anderen nicht besonders wichtig erscheinen würden, sagte Fischer: "Die Möglichkeit, jemandem zu helfen oder ein dankbarer Brief dafür, sind unglaublich schön." So sei er vor 30 Jahren einer polnischen Flüchtlingsfamilie bei der Wohnungssuche behilflich gewesen. Fischer: "Es ist schön, wenn man das Privileg hat, hin und wieder anderen Menschen helfen zu können."(APA)

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