Schewardnadse stimmte für den Mann, der ihn stürzte

4. Jänner 2004, 22:39
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Der Ex-Präsident mahnt Saakaschwili aber: "Er sollte mehr arbeiten und weniger reden"

Tiflis - Der zurückgetretene georgische Präsident Eduard Schewardnadse hat Nachsicht mit seinem einstmals schärfsten Rivalen gezeigt. Bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag stimmte er nach eigener Aussage für Michail Saakaschwili - für den Mann also, der im November die Massendemonstrationen anführte und Schewardnadse damit zum Rücktritt zwang. Einen kritischen Ratschlag an den vermutlichen Wahlsieger konnte sich der Ex-Präsident nach der Stimmabgabe in Tiflis aber nicht verkneifen: "Michail Saakaschwili sollte mehr arbeiten und weniger reden. Schluss mit dem Populismus, nun ist es an der Zeit, sich an die Arbeit zu machen."

Schewardnadse hatte den in den USA ausgebildeten Juristen Saakaschwili einst selbst in die georgische Politik geholt und zum Minister gemacht. Im Streit um die von Saakaschwili heftig angeprangerte Korruption überwarfen sich die beiden, der Jungpolitiker trat zurück und stellte sich an die Spitze der Opposition.(APA)

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