Nordkorea wirft Japan Militarismus vor

7. Jänner 2004, 07:16
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Nach Koizumis Besuch am umstrittenen Yasukuni-Schrein

Tokio - Nordkorea hat den Besuch des japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi am umstrittenen Yasukuni-Schrein scharf kritisiert. Koizumis Besuch an dem Kriegsdenkmal am Freitag deute auf eine "Wiederbelebung des Militarismus" in Japan hin, urteilte der staatliche nordkoreanische Rundfunk am Samstagmorgen. Auch Südkorea und China hatten Koizumis Respektbezeugung für die japanischen Kriegstoten heftig kritisiert.

Die Regierung in Peking hatte am Donnerstag den japanischen Botschafter eingestellt. Vize-Außenminister Wang Yi zeigte sich "tief empört". Koizumi habe den Schrein trotz der ablehnenden Haltung der "Völker Chinas und Asiens" besucht. Auch die südkoreanische Regierung äußerte "tiefes Bedauern". "Es ist schwer zu verstehen, dass höchste japanische Regierungsvertreter weiterhin Kriegsverbrechern die Ehre erweisen", hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums in Seoul. Die Gefühle des südkoreanischen Volkes seien verletzt worden.

Koizumi hatte am Neujahrstag überraschend den Schrein von Yasukuni in Tokio besucht. Für viele asiatische Staaten, die während des Zweiten Weltkriegs von Japan besetzt wurden, ist das Denkmal ein Symbol des japanischen Militarismus. Der Schrein gilt als Wallfahrtsort japanischer Nationalisten. Nord- und Südkorea sowie China waren während der dreißiger und vierziger Jahre die Hauptleidtragenden des japanischen Imperialismus. (APA/AP)

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