Prodi will Gaddafi nach Brüssel einladen

5. Jänner 2004, 10:43
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Nach Verzicht Libyens auf Massenvernichtungswaffen - Politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit angestrebt

Brüssel - Während die USA nach wie vor bei den Sanktionen bleibt versucht die EU eine Annäherung an Libyen: Nach dem Verzicht Libyens auf Massenvernichtungswaffen will EU-Kommissionspräsident Romani Prodi erstmals offiziell mit dem libyschen Staatschef Muammar Gaddafi zusammentreffen. Er sei bereit, Gaddafi in Brüssel zu empfangen und die Beziehungen mit Libyen zu normalisieren, teilte Prodi am Freitag in einer Presseerklärung mit. Prodi reagierte damit auf ein Telefonat mit Gaddafi am 31. Dezember. Der libysche Staatschef habe den Wunsch ausgedrückt, "Kontakte zur EU auf höchster Ebene" aufzunehmen, hieß es in der Erklärung.

Libyen im "Freundeskreis der EU"

Libyen hatte sich Mitte Dezember überraschend zur Einstellung seiner Programme für Massenvernichtungswaffen bereit erklärt und ließ vor einer Woche erstmals UNO-Inspektoren ins Land. Angesichts dieser Entwicklung sei es Zeit, Libyen "in den Freundeskreis der EU aufzunehmen" schrieb Prodi unter Bezug auf die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit der EU mit den übrigen Mittelmeer-Anrainern.

Libyen durfte an den so genannten Euromed-Konferenzen bisher nur als Beobachter teilnehmen. Prodi stellte auch Unterstützung für eine Verbesserung der libyschen Infrastruktur, der Wasserversorgung und des Bildungssystems in Aussicht. (APA)

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