Chorherr: Wahrscheinlich kein Grüner Kandidat

4. Jänner 2004, 19:58
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Glawischnig: Fischer geeignet, aber keine Unterstützung - Sie wird selbst nicht kandidieren

Wien - Der Klubobmann der Wiener Grünen, Christoph Chorherr, schließt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus, dass die Grünen einen eigenen Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl im April nominieren. Die Stimmung in der Partei spreche derzeit gegen eine Teilnahme an der Bundespräsidentenwahl. Die Grünen wollten sich auf die Vorbereitung der Landtagswahlen und der nächsten Nationalratswahl konzentrieren und eine "klare Antwort geben auf die Frage, was kommt, wenn Grün kommt", so Chorherr.

"Noch nicht ganz vom Tisch" sei aber eine mögliche Unterstützung für einen unabhängigen Kandidaten, erklärt Chorherr laut Vorausmeldung im "Wien heute-Jahreswechselinterview" heute, Samstagabend.

Glawischnig schließt Unterstützung aus

Die stellvertretende Grünen-Chefin Eva Glawischnig schloss jedoch bereits eine Unterstützung der Grünen für Fischer - oder einen anderen Kandidaten - aus: "Unsere WählerInnen sind mündig genug, selber zu entscheiden".

Der vom SPÖ-Präsidium für die Bundespräsidenten-Wahl nominierte Heinz Fischer sei aber "jedenfalls ein geeigneter Kandidat", dem man auch zutrauen könne, das Amt des Bundespräsidenten überparteilich wahrzunehmen, erklärte Glawischnig. Sie selbst wird jedenfalls nicht seine Gegenkandidatin. Ob die Grünen einen Kandidaten aufstellen, werde Mitte Jänner entschieden.

Wahlkampf in Kärnten

Die stellvertretende Bundessprecherin, die lange Zeit als mögliche Kandidatin im Gespräch war, hat sich entschlossen, nicht zu kandidieren. Sie habe dafür mehrere Gründe: Der wichtigste sei, dass sie - eine gebürtige Kärntnerin - ihre ganz Kraft für die Wahl in Kärnten investieren wolle, wo die Grünen bisher nicht im Landtag vertreten sind.

"Bedauerlich" und "bemerkenswert"

Glawischnig hatte zu Fischer und zur SPÖ aber auch Kritisches anzumerken: Es sei "bedauerlich", dass sich die SPÖ in den vergangenen Monaten nicht an der Diskussion über das Amt des Bundespräsidenten beteiligt habe. Wobei "bemerkenswert" sei, dass die SPÖ die 1929 - bei der Novelle - von ihr abgelehnte Machtfülle des Bundespräsidenten jetzt verteidige. Fischer werde von den Grünen aufgefordert, darzustellen, wie sein Amts- und Rollenverständnis ist. (APA)

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