Erstmals Kometenstaub gesammelt

9. Jänner 2004, 15:27
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NASA: "Einsatz ist fantastisch verlaufen" - Sonde "Sternenstaub" lieferte Bilder vom Kometenkern

Pasadena/Washington - Die NASA-Sonde "Stardust" hat am Freitagnachmittag (US-Ortszeit) erstmals in der Geschichte der Raumfahrt den "Sternenstaub" eines Kometen eingesammelt. Die US-Weltraumbehörde NASA bezeichnete am Freitagabend (Ortszeit) die Mission als vollen Erfolg und erhofft sich nun weitere Aufschlüsse über die Entstehung des Sonnensystems und der Erde.

Ziel planmäßig erreicht

Nach ihrer fünfjährigen Reise zum Kometen Wild-2 hatte die "Stardust" gegen 13.30 Uhr (US-Ostküstenzeit) planmäßig ihr Ziel erreicht. In nur 300 Kilometer Entfernung flog die Sonde den NASA- Angaben zufolge an dem Kometen - einem Ball aus Eis und Gestein - vorbei und sammelte den Staub.

Acht Minuten durch den Schweif

Etwa acht Minuten habe die Sonde den Kometenschweif offensichtlich unbeschadet durchflogen. Dabei prasselten nach Darstellung der Wissenschafter Millionen von Steinpartikeln mit Geschwindigkeiten von bis zu 14.000 Meilen pro Stunde (über 22.000 Stundenkilometer) auf das High-Tech-Gerät vom Planeten Erde. "Das Leben ist ungeheuer schön", jubelte NASA-Projektleiter Tom Duxbury laut der "Washington Post", nachdem offensichtlich gute Bilder vom Kometenkern bei der NASA angekommen waren.

Sonde kommt 2006 zurück

Allerdings wird es noch bis zum Jänner 2006 dauern, bis die Sonde selbst die Erde wieder erreicht und den Sternenstaub mit einer Fallschirm-Kapsel über einem Militärgelände im US-BUndesstaat Utah abwirft. Bis dahin können nur elektronisch übertragene Daten ausgewertet werden.

Staubfänger wie ein Tennisschläger

Mit seinem wie ein Tennisschläger geformten Staubfänger hat die Sonde winzige Partikel im Umfeld des Kometen einfangen. Der Staub der Kometenwolke verfing sich den Angaben zufolge wie geplant in dem mit einem schwammähnlichem Material beschichteten Kollektor. Die Wissenschafter hoffen, dass etwa 20 Gramm Kleinstpartikel im Vorbeiflug an dem Kollektor kleben blieben.

Die winzigen Partikel aus dem fernen All sollen den Experten bei der Frage nach den Ursprüngen des Sonnensystems helfen. "Wild-2" ist ein eher kleiner Komet, der etwa 5,4 Kilometer breit ist und erst 1978 entdeckt wurde. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der Komet Wild 2.

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