Flugzeugabsturz: Schwierige Bergung der Leichen im Roten Meer

4. Jänner 2004, 19:23
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Wrackteile in Tausend Meter Tiefe - Schweiz hatte wegen schwerer Mängel bereits Landeverbot der "Flash Airlines" verhängt mit Infografik

Kairo/Paris - Einen Tag nach dem Absturz einer ägyptischen Chartermaschine ins Rote Meer geht die Suche nach den 148 Leichen weiter. Taucher konnten bislang 60 Leichen bergen, berichtet der französische Fernsehsender LCI. Angehörige der 133 Opfer aus Frankreich wurden am Sonntag am Unglücksort erwartet. Bisher wurde von 135 Franzosen berichtet.

Einsatz von Suchrobotern wegen extremer Tiefe

Frankreich entsandte ein Team von Experten, die bei der Bergung von Opfern und ihrer Identifizierung sowie bei den laufenden Ermittlungen helfen sollten. Zunächst konnten weder die Flugschreiber noch das Hauptteil des Wracks geortet werden, in dem wahrscheinlich zahlreiche Leichen eingeschlossen sind. Die Suche wird dadurch erschwert, dass die Wrackteile in einer Tiefe bis zu 1.000 Meter liegen. Die Regierung in Paris will ein Schiff mit Sonar-Ausstattung, einen Unterwasser- Roboter und Taucher für die Suche einsetzen.

Zweites Flugzeug der Airline weiter in Betrieb

Unterdessen wurde bekannt, dass "Flash Airlines" seit Oktober 2002 nicht mehr in der Schweiz landen darf. Das Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hatte das Verbot mit gravierenden Mängeln begründet. Flash Airlines organisiert seit sechs Jahren Charterflüge zwischen Ägypten und Europa. Die Flotte bestand nur aus zwei Maschinen. Wie am Flughafen Kairo zu erfahren war, hat die Firma "Flash Airlines" ihren Betrieb nach dem Unglück nicht eingestellt.

Warten und hoffen

Am Flughafen in Paris spielten sich bei Freunden und Angehörigen der Opfer dramatische Szenen ab. Einige der Wartenden erlitten Schwächeanfälle. In einem Hotel standen Psychologen und Ärzte bereit, um den Trauernden beizustehen. Ganze Familien haben sich an Bord der Unglücksmaschine befunden.

Beileidsbekundungen

Aus mehreren Ländern Europas trafen Beileidsschreiben für Frankreich und Ägypten ein. Der französische Präsidenten Jacques Chirac äußerte sich "bestürzt über diese schreckliche Katastrophe, bei der viele unserer Landsleute gestorben sind". Auch die britische Königin Elisabeth II. kondolierte.(APA/dpa/red)

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    Rettungsteams warten auf Unterwasser-Roboter zur Bergung der restlichen 90 Toten, die in Wrackteilen in einer Tiefe bis zu Tausend Meter eingeschlossen sind.

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