Sechs Tote und 25 Verletzte bei Zwischenfällen in Kaschmir

5. Jänner 2004, 07:32
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Bewaffneter Überfall auf Bahnhof - Kurz vor Reise des indischen Premiers nach Pakistan

Neu-Delhi - Bei Angriffen mutmaßlicher moslemischer Extremisten im indischen Teil Kaschmirs sind am Freitag mindestens sechs Menschen getötet und 25 weitere verletzt worden. In der Stadt Jammu liefen nach Fernsehberichten bewaffnete Angreifer in das Bahnhofsgebäude hinein und feuerten in die Luft. Bei der anschließenden Schießerei seien die beiden Extremisten sowie vier indische Sicherheitsbeamte getötet worden.

Angreifer trug Sprengstoffgürtel

17 Soldaten und fünf Zivilisten seien verletzt worden, hieß es. Einer der Angreifer trug nach Polizeiangaben einen Sprengstoffgürtel. Die Angreifer hätten eine Handgranate geworfen und von einer Fußgängerbrücke das Feuer auf den Bahnhof eröffnet, berichtete ein Polizeisprecher. Sie seien mit indischen Armeeuniformen bekleidet gewesen. Indische Sicherheitskräfte hätten das Feuer erwidert und zwei der Angreifer getötet.

Granatenanschlag

Kurz zuvor wurden bei einem Granatenanschlag mutmaßlicher Rebellen in Kaschmir mindestens acht Menschen verletzt. Die Angreifer warfen die Granate auf einen Militärkonvoi in Bijbehara, rund 50 Kilometer südlich von Srinagar, verfehlten nach Angaben von Sicherheitskräften aber ihr Ziel und trafen mehrere Passanten.

Indischer Ministerpräsident fährt nach Pakistan

Die Gewalttaten ereigneten sich kurz vor einem Besuch des indischen Ministerpräsidenten Atal Behari Vajpayee in Pakistan. Rebellen, die für die Unabhängigkeit der überwiegend moslemischen Region von Indien kämpfen, verüben fast täglich Anschläge. Pakistan hat stets indische Vorwürfe bestritten, es unterstützte die Separatisten, fordert aber das Recht auf Selbstbestimmung für die Kaschmir-Bevölkerung ein. Der Gewalt von Rebellen fielen seit rund 14 Jahren mehr als 65.000 Menschen zum Opfer.

Beziehungen hatten sich verbessert

Seit ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien haben Indien und Pakistan drei Kriege geführt, zwei davon um die Himalaya-Region. Beide Länder standen 2002 erneut am Rande eines Krieges. Die Beziehungen haben sich 2003 wieder verbessert. An einer am Sonntag beginnenden Regionalkonferenz in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad soll auch Indiens Premier Vajpayee teilnehmen. Am Donnerstag hatten Indien und Pakistan zudem nach fast zweijähriger Pause den Flugverkehr zwischen beiden Ländern wieder aufgenommen. (APA/Reuters)

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    Indische Soldaten nach dem Anschlag.

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