Anschlag in der Luft "trifft die Gottesfurcht"

5. Jänner 2004, 07:58
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Laut US-Experten bleiben Angriffe auf Flugzeuge für Terroristen attraktiv

Washington - Die Erhöhung der Terror-Warnstufe in den USA kurz vor Weihnachten hat die Bedrohung durch Al-Kaida wieder verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Nach Erkenntnis der Geheimdienste sucht die Terrororganisation unermüdlich nach Schlupflöchern im Sicherheitsnetz der USA.

Besonders attraktiv seien für die Terroristen dabei nach wie vor Angriffe auf den Flugverkehr: Davon versprächen sie sich drastische Schäden für die US-Wirtschaft sowie eine große Öffentlichkeitswirkung. "Fluggesellschaften werden immer eine gute Möglichkeit sein, denn die Sabotage von Flugzeugen trifft die Gottesfurcht der Bevölkerung", sagt Douglas Laird, ehemaliger Sicherheitschef von Northwest Airlines. "Das sorgt für viel Berichterstattung in den Medien."

Nach Einschätzung von US-Ermittlern verüben Terroristen Anschläge auf Flugzeuge auch deshalb, weil sie sich gegen ein wichtiges Symbol westlicher Freiheit richten. Offensichtlich planten Terroristen weiterhin, Flugzeuge als Waffen zu benutzen, sagte Tom Ridge, US-Minister für Heimatschutz. Die Informationen über die erhöhte Gefahr stammen nach Angaben der Behörden unter anderem von Chalid Scheich Mohammed, einem der mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001. Auch andere, rangniedrigere Al-Kaida-Mitglieder in Saudi-Arabien hätten entsprechende Hinweise geliefert.

Angesichts des verstärkten Sicherheitsnetzes zeigen sich die Experten verwundert darüber, dass Al-Kaida offenbar immer noch Flugzeuge als Waffen benutzen will. "Man würde meinen, dass es wesentlich einfachere Ziele geben müsste, die nicht so viel Aufwand erfordern", sagt der Sicherheitsexperte Laird. Immerhin stellen sich den Terroristen im Luftverkehr heute wesentlich mehr Hindernisse entgegen als noch vor zwei Jahren.

Einigen Politikern in den USA gehen die strengeren Vorkehrungen aber noch nicht weit genug. Der republikanische Abgeordnete Edward Markey rief die Regierung am Montag auf, die Kontrolle von Frachtgütern zu verstärken. Deren mangelhafte Überprüfung sei "das offensichtlichste Schlupfloch im Sicherheitssystem unseres Luftverkehrs", sagte Edward, ein Angehöriger des Heimatschutzkomitees im Kongress. "Kommerzielle Fracht wird nicht physisch überprüft, selbst wenn sie an Bord von Passagiermaschinen transportiert wird." (AP/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.1.2004)

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