Industrie geht mit Schwung ins neue Jahr

2. Jänner 2004, 19:19
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Der Einkaufsmanagerindex der BA-CA beendete das alte Jahr auf dem höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren - Mit Infografik

Wien - "Im letzten Monat hat Österreichs Industrie deutlich an Dynamik gewonnen". Marianne Karger, Chefökonomin der Bank Austria Creditanstalt, konstatiert zum Jahreswechsel einen deutlichen Schub bei der österreichischen Industrie, der sich auch im heurigen Jahr fortsetzen sollte.

Quasi im Endspurt hat der Einkaufsmanagerindex (EMI) der BA-CA nach drei Monaten auf relativ hohem Niveau zum Jahresende noch einmal deutlich zugelegt. Mit 55,3 Punkten erreichte der Index den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren.

Der EMI bewertet die Industrieentwicklung anhand von Daten über Auftragseingang, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten und Materiallager.

Die zu Herbstbeginn gestartete Beschleunigung der Industrieproduktion habe im Dezember an Kraft gewonnen, was der Einkaufsmanagerindex mit 55,3 nach 54,2 Punkten im November belege, sagte Karger. Werte des EMI über 50 signalisieren ein Wachstum der Sachgüterindustrie.

Österreichs Industrie profitiere bei dieser Entwicklung von steigenden Aufträgen sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland.

Beschäftigungslage stabilisiert

Gleichzeitig habe sich die Beschäftigungslage in der Industrie zumindest stabilisiert, womit dort der Abbau von Arbeitsplätzen vorläufig gestoppt sein könnte. Allerdings werde die Beschäftigungslage von Einkaufsmanagern derzeit noch deutlich weniger optimistisch beurteilt als die Auftrags- und Produktionslage, schränkt Kager ein: "Die Kapazitäten sind noch nicht genügend ausgelastet, daher bleibt die Beschäftigungsdynamik noch deutlich hinter der Produktionsdynamik zurück."

Der Anstieg des BA-CA EMI im Verlauf des vierten Quartals (Oktober: 54,3; November: 54,2; Dezember: 55,3) zeige nachhaltig, dass sich die Industriekonjunktur weiter belebt habe. Damit dürfe die Industrieproduktion im vierten Quartal gegenüber dem dritten Quartal (saisonbereinigt, Quartal auf Quartal) erneut gestiegen sein, gegenüber dem vierten Quartal 2002 sogar deutlich. "Mit einem starken vierten Quartal dürfte Österreichs Industrie 2003 doch noch mit einem leichten Produktionsplus abgeschlossen haben", sagt BA-CA-Ökonom Stefan Bruckbauer.

Der heimische Index steht damit im Einklang zu positiven Entwicklungen der gesamten Eurozone. Vor al- lem dank einer Erholung in Deutschland haben sich nach Angaben der britischen Forschungsgruppe NTC die Geschäfte der Industrie in der Eurozone im Dezember spürbar verbessert. Der von NTC erhobene Reuters-Einkaufsmanagerindex für das Währungsgebiet stieg geringfügig auf 52,4 von 52,2 Zählern und damit auf den höchsten Stand seit Jänner 2001. (DER STANDARD Printausgabe, 03.01.2004 spu, Reuters)

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  • Kontinuirliche Stimmungsverbesserung - Bank Austria-Creditanstalt Einkaufsmanagerindex
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    Kontinuirliche Stimmungsverbesserung - Bank Austria-Creditanstalt Einkaufsmanagerindex

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