Spekulationen über Simitis-Nachfolge in Griechenland

4. Jänner 2004, 20:51
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Parlamentswahlen möglicherweise schon im März - Wichtige Rede am Mittwoch

Athen - In Griechenland mehren sich die Anzeichen, dass der griechische Ministerpräsident Kostas Simitis die Führung der sozialistischen Partei PASOK (Panhellenische Sozialistische Bewegung) abgeben könnte. Informationsminister Christos Protopapas teilte am Freitag in Athen mit, dass Simitis am kommenden Mittwoch Staatspräsident Kostis Stephanopoulos aufsuchen und sich danach in einer Ansprache an das Volk wenden werde. Möglicherweise werde der Premier auch das Datum der Parlamentswahlen bekannt geben. Die Wahlen würden voraussichtlich am 7. oder 14. März und nicht erst wie ursprünglich vorgesehen im April stattfinden.

Reaktion auf Umfrageergebnisse

Simitis wolle mit seinem Schritt auf Umfragen reagieren, die den Sozialisten unter seiner Führung eine "sichere Niederlage" bei den Wahlen voraussagen, heißt es in Pressekommentaren. Die Sozialisten würden demnach sieben bis acht Prozent hinter der bürgerlichen Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND) liegen. Daneben gibt es nach Berichten der griechischen Presse unveröffentlichte Umfragen, wonach die Sozialisten mit Papandreou an der Spitze nennenswerte Chancen hätten, die Wahlen knapp zu gewinnen.

Als aussichtsreichster Nachfolge-Kandidat für den PASOK-Vorsitz gilt der jetzige Außenminister Georgios Papandreou. Papandreou, Sohn des verstorbenen Ministerpräsidenten und PASOK-Gründers Andreas Papandreou, könnte auf einem Sonderparteitag Ende Jänner zum Parteichef und Spitzenkandidaten gekürt werden, hieß es.

Unterstützung für Papandreou

Mögliche Anwärter auf die Parteiführung wie der einstige Simitis-Widersacher und Chef des linken PASOK-Flügels, Entwicklungsminister Akis Tsohatzopoulos, und Kulturminister Evangelos Venizelos, haben zuletzt ebenso wie zahlreiche Parlamentsabgeordnete Papandreou ihre Unterstützung zugesagt.

Seit sechs Jahren Parteichef

Simitis hatte wiederholt Berichte dementieren lassen, nach denen er beabsichtigen würde, den PASOK-Vorsitz niederzulegen. Der 66-jährige Jurist und Wirtschaftsfachmann steht seit sechs Jahren als Nachfolger des Parteigründers und langjährigen Regierungschefs Andreas Papandreou an der Spitze der PASOK, die seit 1981 (mit vierjähriger Unterbrechung 1989-93) regiert. In Meinungsumfragen liegt die oppositionelle konservative "Neue Demokratie" (ND) unter Kostas Karamanlis derzeit vor den regierenden Sozialisten. Gegenwärtig stellen PASOK 158 und ND 125 der insgesamt 300 Parlamentsabgeordneten. (APA)

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