Österreich erstes Land mit elektronischem System

11. Jänner 2004, 19:59
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ÖAMTC: Ohne Lkw-Maut wäre Asfinag pleite gegangen

Wien - Österreich ist das weltweit erste Land, das auf seinem gesamten Autobahnen- und Schnellstraßennetz ein vollelektronisches Mautsystem eingeführt hat.

Grund für die Vorreiterrolle Österreichs: Im Gegensatz zu allen anderen EU-Ländern hat Österreich seine Autobahnen 1997 vollständig in die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-AG (Asfinag) ausgegliedert. Das heißt: In den Autobahnausbau fließen seither keine Steuergelder mehr. "Ohne Lkw-Maut wäre die Asfinag daher über kurz oder lang pleite gegangen oder die Autobahnen wären nicht mehr ausgebaut worden", meinte ÖAMTC-Verkehrsexperte Willy Matzke am Freitag.

Vertrauen auf Altbewährtes

Ursprünglich hätte Deutschland auf seinen Autobahnen noch vor Österreich mit 31. August 2003 das flächendeckende vollelektronische Road-Pricing einführen wollen. Probleme mit dem dort gewählten System haben aber für Verzögerungen gesorgt. Jetzt dürfte das deutsche Mautsystem erst gegen Ende 2004 in Betrieb gehen.

Deutschland setzt anders als Österreich auf ein neues handy- und satellitengestütztes GSM/GPS-System. In Österreich vertraut man auf ein bereits bewährtes Mikrowellen-System. Mikrowellen-Systeme sind bereits in zehn europäischen Ländern im Einsatz. Im Gegensatz zu Österreich wird laut Matzke in diesen Ländern nicht das gesamte hochrangige Straßennetz bemautet.

Schweiz bemautet alles

Auf GPS setzt neben Deutschland nur die Schweiz. Die bemautet im Gegensatz zu den EU-Staaten allerdings ihr gesamtes Straßennetz: Lkw zahlen in der Schweiz damit für jeden gefahrenen Kilometer.

Der ÖAMTC fordert auch für Österreich eine Ausdehnung der Lkw-Maut zumindest auf die Ausweichrouten. So sollten etwa auch die Verbindung zwischen Judenburg und Klagenfurt parallel zur Südautobahn oder die künftige Nordautobahn-Route - derzeit ein einfache Landesstraße - bemautet werden, verlangt Matzke.

Eine flächendeckende Bemautung des gesamten Straßennetzes hatte Verkehrsminister Hubert Gorbach (F) für Österreich aber erst am Montag ausgeschlossen.(APA)

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