Ausgangssperre in Kirkuk verhängt

4. Jänner 2004, 17:46
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Kurden: Saddam-Anhänger und turkmenische Extremisten für Gewälttätigkeiten verantwortlich

US-Armee Zur Eindämmung der Gewalt

Kirkuk - Die US-Armee hat eine nächtliche Ausgangssperre über die nordirakische Stadt Kirkuk verhängt. Mit dieser Maßnahme solle die Gewalt zwischen Arabern und Kurden eingedämmt und die Sicherheit wieder hergestellt werden, sagte Polizeichef Turhan Jussef am Freitag. Die Ausgangssperre gelte täglich von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr über einen unbestimmten Zeitraum.

Seit Mittwoch wurden bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Arabern, Kurden und Turkmenen in Kirkuk sieben Menschen getötet. Die Rivalitäten zwischen den Volksgruppen waren unmittelbar nach dem Sturz des früheren irakischen Machthabers Saddam Hussein offen ausgebrochen. Die Kurden fordern eine Eingliederung der Erdölstadt in ihre Gebiete

Dekan tot aufgefunden

Repräsentanten der drei Bevölkerungsgruppen sind nach kurdischen Berichten am Donnerstagabend mit Angehörigen der US-geführten Koalitionstruppen zusammengetroffen. Kurdische Teilnehmer hätten Anhänger des gefangenen Ex-Präsidenten Saddam Hussein und turkmenische Extremisten für die Gewälttätigkeiten verantwortlich gemacht. In Mosul wurde der Dekan der politologischen Fakultät der Universität mit zwei Kopfschüssen tot aufgefunden, wie der Bruder des Wissenschaftlers berichtete. Abdel Jabar Abid Mustafa sei am Mittwoch aus seinem Haus verschleppt worden.

Irakische Polizei will Schutz verstärken

Nach den Silvester-Anschlägen auf mehrere Restaurants in Bagdad mit mindestens acht Todesopfern will die irakische Polizei den Schutz der am stärksten gefährdeten zivilen Einrichtungen verstärken. Die Sicherheitsvorkehrungen um Krankenhäuser würden verschärft, und Schulen seien zur Errichtung von Kontrollposten aufgefordert worden, sagte der stellvertretende irakische Innenminister Ahmed Kadhem. (APA)

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    Den Ausschreitungen am Donnerstag ging eine Demonstration am Mittwoch voraus: Tausende Araber und Turkmenen hatte für mehr politische Mitbestimmung demonstriert, als in der Nähe des Hauptquartiers der Kurdischen Partei Schüsse fielen. Zwei Menschen wurden getötet, 16 verletzt.

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