Nur halber Erfolg für Land bei Offert an Free Float

2. Jänner 2004, 14:32
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Knapp 57 Prozent der freien Vorzüge eingereicht - Betriebsgewinn brach bis September um gut 70 Prozent ein

Eisenstadt/Wien - Das Land Burgenland ist beim Aufkauf des Streubesitzes der börsenotierten Bank Burgenland nur teilweise erfolgreich gewesen. Obwohl das öffentliche Übernahmeangebot auf 14,20 Euro je Vorzugsaktie nachgebessert worden war, wurden bis zum Ende der bis 19. Dezember verlängerten Annahmefrist von insgesamt 318.767 Stück, auf die sich das Offert gerichtet hatte, lediglich 181.224 Stück eingereicht.

Rein rechnerisch gehen damit knapp 57 Prozent der von Kleinaktionären gehaltenen freien Vorzüge - also aller Vorzugsaktien, die nicht zum Eigenbestand der Bank Burgenland selbst zählen - in das Eigentum des Landes über. Hintergrund des Übernahmeofferts ist die bevorstehende Totalprivatisierung der Bank Burgenland.

89,94 Prozent im Besitz des Landes

Einschließlich der 2,128.498 stimmberechtigten Stammaktien, die das Land hält, verfügt es jetzt über 89,94 Prozent am Gesamtkapital (Stamm- und Vorzugskapital) der Bank Burgenland. Das gab das Land im Amtsblatt der "Wiener Zeitung" bekannt.

Wie ein Sprecher der Bank Burgenland am Freitag zur APA sagte, werde das Land nach seinem Wissensstand das Angebot nicht mehr verlängern. Ein Squeeze-out-Verfahren, das die Abspaltung des Free Float mit anschließendem Börsen-Delistung vorsieht, sei nun ein möglicher Schritt. Die Abfindung des Streubesitzes kostet das Land Burgenland rund 4,5 Mio. Euro.

Kreditrisiken deutlich höher

In den ersten drei Quartalen 2003 ist das Betriebsergebnis der Bank Burgenland um 71,3 Prozent von 6,7 auf 1,9 Mio. Euro eingebrochen. Schuld daran waren vor allem der Nettozinsertrag, der bis September im Jahresabstand um 34,5 Prozent von 17,0 auf 11,1 Mio. Euro schrumpfte, sowie ein um annähernd ein Fünftel abgeschwächtes Ergebnis aus Finanzgeschäften. Die Kreditrisiken stiegen in den ersten neun Monaten um fast die Hälfte von 153,1 auf 226,0 Mio. Euro.

Die Bilanzsumme lag per Ende September 2003 mit 2,92 Mrd. Euro um 5,3 Prozent über dem Vorjahreswert von 2,78 Mrd. Euro (30. September 2002). Ihren Personalstand hat die Bank Burgenland in den ersten drei Quartalen 2003 um 4,9 Prozent von 307 auf 292 zurück genommen. (APA)

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