US-Musikindustrie sieht wieder Licht

14. Jänner 2004, 10:22
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Verschärfte Gangart gegenüber Tauschbörsen-Usern lohnt sich - Verkäufe 2003 in den USA nur um 0,8 Prozent gesunken

Das Geschäft mit Musik ist in den USA im Jahr 2003 im Vergleich zum Vorjahr nur um 0,8 Prozent geschrumpft. In den vergangenen drei Jahren musste die Musikindustrie weltweit Rückgänge beim Verkauf ihrer Produkte, vor allem der Musik-CD, um rund zehn Prozent in Kauf nehmen. Das Geschäftsergebnis des Jahres 2003 lässt daher die Industrie zumindest in den USA auf einen Turnaround hoffen, berichtet das Wall Street Journal (WSJ) am Freitag, unter Berufung auf die aktuellen Daten des Marktforschers Nielsen SoundScan.

Turnaround erkennbar

Im vierten Quartal, das traditionellerweise mehr als ein Drittel der Umsätze bringt, konnte 2003 sogar ein plus von 5,6 Prozent beim CD-Verkauf verbucht werden. Das sei zwar einerseits auf das schwache vierte Quartal des Vorjahres, andererseits aber auf Hitalben dieses Jahres zurückzuführen. Ein Turnaround sei erkennbar. Im Gesamtjahr 2003 wurden in den USA um 2,1 Prozent weniger CDs verkauft als im Jahr davor. Mit dem Online-Verkauf kommt die US-Musikbranche auf das minus von 0,8 Prozent. Der Ticketverkauf für Live-Musik konnte seinen Umsatz in Nordamerika 2003 sogar um 19 Prozent auf 2,5 Mrd. Dollar steigern, berichtet das Branchenmagazin Pollstar. Dies sei nicht nur auf die durchschnittliche Preissteigerung von acht Prozent zurückzuführen (seit 1996 haben sich die Ticketpreise in den USA beinahe verdoppelt). Auch die Zahl der verkauften Tickets stieg demnach um zehn Prozent.

Verschärfte Gangart gegenüber Tauschbörsen-Usern

Die Musikindustrie führt die verbesserte Situation in den USA einerseits auf die verschärfte Gangart gegenüber Tauschbörsen-Usern, andererseits auf das breitere Angebot von legalen Online-Musikservices in den USA zurück. Die Preissenkung bei Musik-CDs, die vor allem der Marktführer Universal Music Group durchgeführt hat, habe hingegen einen geringeren Einfluss gehabt. Kritiker haben jedoch angemerkt, dass von der Preissenkung beim US-Konsumenten nicht mehr viel angekommen ist. Außerhalb der USA hat die Musikindustrie bisher auf Klagen im großen Stil gegen einzelne User verzichtet. Auch das Angebot von kommerziellen Download-Services ist außerhalb der USA noch recht dürftig. Das US-Jahresergebnis 2003 könnte die Industrie dazu veranlassen, die USA auch als Modell für andere Märkte zu sehen. (pte)

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