Toter bei Abschuss von US-Militärhubschrauber

3. Jänner 2004, 21:26
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Nach Absturz mit Panzerabwehrgranaten auf das Wrack gefeuert - Vier Verdächtige gefasst - Waffenrazzia

Bagdad - Besatzungsgegner im Irak haben am Freitag einen Hubschrauber der US-Armee abgeschossen und dabei einen US-Soldaten getötet. Die Armee sei "ziemlich überzeugt", dass "feindlicher Beschuss" den Helikopter zum Absturz gebracht habe, sagte US-Brigadegeneral Mark Kimmitt vor Journalisten in Bagdad. Ein weiterer Soldat wurde nach Armeeangaben verletzt, als der Aufklärungshubschrauber in der Widerstandshochburg Falluja, 55 Kilometer westlich von Bagdad, abstürzte.

Panzerabwehrgranaten auf das Wrack

Unmittelbar danach hätten sich fünf Verdächtige mit "Presse"-Zeichen auf der Weste dem Tatort genähert und Panzerabwehrgranaten auf das Wrack gefeuert, hieß es. Zwei Einwohner von Falluja gaben an, sie hätten eine Explosion gehört. Dann habe der Hubschrauber Feuer gefangen und sei abgestürzt. Ihrer Darstellung zufolge suchte die US-Armee bei hiesigen Getreidehändlern nach Waffen. Dabei hätten sie von zwei Helikoptern aus der Luft Unterstützung erhalten.

Vier Verdächtige festgenommen

Die fünf Verdächtigen seien unmittelbar nach dem Absturz in einem Mercedes am Tatort angekommen und hätten Raketen auf das Wrack des bewaffneten Aufklärungshubschraubers vom Typ OH-58 "Kiowa" gefeuert, sagte Kimmitt. US-Soldaten hätten sie verfolgt und vier von ihnen gefasst. Nähere Angaben machte der General zunächst nicht. Falluja liegt im "sunnitischen Dreieck", in dem der Widerstand gegen die US-Truppen besonders stark ist.

Waffenrazzia

US-Truppen durchsuchten anschließend Häuser und Geschäfte in Falluja und riegelten Straßen ab. Bei weiteren Razzien wurden in den vergangenen Tagen mehrere Terrorverdächtige festgenommen, wie die Streitkräfte am Freitag mitteilten. US-Truppen nahmen Augenzeugen zufolge weiter den Stammesführer Scheich Kahtan Yehia in Samarra nordwestlich von Bagdad fest. Die Soldaten hätten ihm vorgeworfen, vor kurzem den früheren Vizepräsidenten Issat Ibrahim el Duri versteckt zu haben.

Notlandung am Donnerstag

Am Donnerstag hatte ein US-Kampfhubschrauber vom Typ Blackhawk wegen eines technischen Defekts 200 Kilometer nördlich von Bagdad notlanden müssen. Dabei war ein US-Soldat leicht verletzt worden. Im Oktober und November hatten Widerstandskämpfer nördlich und westlich von Bagdad drei US-Militärhubschrauber abgeschossen; dabei waren 22 US-Soldaten getötet worden. (APA/Reuters)

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