Ein "Z" und viele Nullen in Gänserndorf

7. Jänner 2004, 11:40
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Safaripark braucht 340.000 Euro Soforthilfe, sonst droht kommende Woche der Konkurs

Gänserndorf/Wien - "Herumgeredet" worden sei mehr als genug, ereifert sich Peter Scheifinger, Vorstand der Safari-und Abenteuerpark Gänserndorf AG. Geredet und herumgerechnet, meint er, mit Landesregierungsverantwortlichen in St. Pölten und Vertretern der Pharmafirma Baxter in Wien. Und letztendlich abgewunken: "Bei Baxter hieß es, unser Sanierungskonzept sei nicht realistisch."

Nun, im neuen Jahr, habe sich die Situation zugespitzt. Seit drei Monaten sind die Gehälter für die 50 Angestellten ausständig, jetzt benötige der Safaripark eine Zusage für "340.000 Euro Überbrückungshilfe" bis zum Start der Frühjahrssaison.

Und zwar schon am 7. Jänner, bei einem von der niederösterreichischen Tierschutzverantwortlichen, Heidemaria Onodi (SP), einberufenen Krisengipfel: Andernfalls - so Rechtsanwalt Dominik Baurecht - sei die Konkurseröffnung binnen einer Woche nicht zu vermeiden. Mit Konsequenzen wie einer möglichen "Zwangseuthanasierung" aller 850 Safariparktiere - auch der ehemaligen Baxter-Versuchsaffen, die seit einem Jahren in Gänserndorf in Pension leben.

Vor allem der Aufwand für dieses "international anerkannte Pilotprojekt" habe den Park in die Finanzmisere gerissen, betont Scheifinger. Der Konzern zahle jährlich 228.000 Euro in eine "Pensionskasse", "doch der Betrieb des Affenhauses hat im Jahr 2003 insgesamt 589.000 Euro gekostet".

Affen nicht gefährdet

Die zu erwartenden Betreuungskosten seien "von namhaften Experten festgelegt worden", antwortet bei Baxter Pressesprecher Peter Matejka. Die Euthanasiegefahr will er für die Primaten nicht gelten lassen: "Geht der Safaripark in Konkurs, so überweisen wir die Pensionszahlungen eben an den Masseverwalter." Zudem, so Matejka, sei es "enttäuschend", dass Scheifinger die Finanzproblem des gesamten Parks jetzt Baxter anlasten wolle.

Ein Hilfsangebot kam indes aus dem Wiener Tiergarten Schönbrunn. "Falls das Futter knapp wird, können wir jederzeit aushelfen", meinte dort Vizedirektor Harald Schwammer. (bri/DER STANDARD, Printausgabe, 3./4.1.2004)

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Safaripark Gänserndorf

Der Safaripark bietet erstmals auch im Winter Führungen und Veranstaltungen an.

Info: TEL: 02282/70 26 10

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    Der Safaripark in Gänserndorf ist in finanziellen Nöten.

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