Neue Rätsel bei Sars-Verdachtsfall

5. Jänner 2004, 09:21
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Patient in China könnte mit einer bisher unbekannten Virusvariante infiziert sein

Der Sars-Verdachtsfall in China gibt neue Rätsel auf. Ergebnisse von Gentests, wonach der 32-jährige Patient möglicherweise eine unbekannte Variante des Coronavirus in sich trägt, vertieften am Wochenende "die Verwirrung", wie die Tageszeitung China Daily schrieb. Das Gesundheitsamt der Provinz Guangdong hatte am Vortag mitgeteilt, dass eine neue Gensequenz bei dem Virus entdeckt worden sei.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sprach von einem "außerordentlich komplizierten Fall". Frühestens Anfang der Woche werde mit erhellenden Laborergebnissen zu diesem neuen Fall von Sars (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom) gerechnet.

Warten auf Antikörpertest

Die genaue Diagnose ist äußerst wichtig, da es die erste Ansteckung mit der lebensgefährlichen Lungenkrankheit seit dem Sommer wäre. Welche Konsequenzen die Entdeckung einer möglichen Virusvariante haben könnte, blieb zunächst offen. Die WHO wollte die Ergebnisse eines zusätzlichen Antikörpertests abwarten, der darauf hingedeutet hatte, dass der Patient möglicherweise einmal leicht einem Sars-Coronavirus ausgesetzt gewesen sein könnte, berichteten lokale Medien.

Der führende chinesische Sars-Wissenschafter, Professor Zhong Nanshan, bestätigte die Möglichkeit einer Virusvariante. Doch seien der Infektionsweg und die potenzielle Ansteckungsgefahr weiter unbekannt. Die 81 Personen, die Kontakt zu dem Erkrankten hatten, haben keine Symptome gezeigt.

Der Zustand des Patienten wurde weiter mit "stabil" beschrieben. Aufschluss darüber, ob er tatsächlich an Sars leidet, wird vor allem von Untersuchungen in zwei Labors in Hongkong erhofft, hieß es. (dpa/DER STANDARD; Printausgabe, 5./6.1.2004)

Die Lungenkrankheit hatte vor einem Jahr in Südchina ihren Ausgang genommen und weltweit mehr als 8000 Menschen in 29 Ländern infiziert. 774 Patienten starben.
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