Aggressive Form der Krätze überträgt sich bei kurzem Kontakt

7. Jänner 2004, 12:29
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Bedrohung besonders für Alten- und Pflegeheime

Hamburg - Eine besonders aggressive Form der Krätze bereitet Gesundheitsexperten derzeit große Sorgen. Die Scabies norvegica kann bereits durch kurzen Kontakt mit Haut oder Kleidung eines Erkrankten übertragen und besonders für Alten- und Pflegeheime zur Bedrohung werden, wie die deutsche Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege in Hamburg berichtet.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Krätze, die ein geringeres Ansteckungspotenzial habe und sich meist auf einzelne Hautzonen wie Fingerzwischenräume oder den Genitalbereich beschränke, könne sich Scabies norvegica auch über den Rücken, die Kopfhaut und andere Körperregionen erstrecken. "Von den Parasiten befallen zu werden, ist gerade für Betreuer eine Gefahr, die enge körperliche Kontakte nicht vermeiden können, etwa Mitarbeiter in Alten- und Pflegeheimen", betont der Arbeitsmediziner Frank Haamann.

Bekämpfung

Beengte Wohnverhältnisse und mangelhafte Hygiene begünstigten eine Ausbreitung. Zur Bekämpfung von Scabies norvegica ist es nach Angaben der Genossenschaft wichtig, betroffene Kleidung und andere Gegenstände konsequent vom Milbenbefall zu säubern.

Unerlässlich sei das intensive Absaugen von Fußbodenbelägen, Sesseln und Betten. Sämtliche Körperpflegeartikel müssten ebenso wie die Bettwäsche bis zum Ende der Behandlung täglich gewechselt werden. Für Unterbekleidung, Handtücher und Bettzeug sei eine 60-Grad-Wäsche ausreichend. Nicht waschbare Textilien und Gegenstände sollten für zwei Wochen in Plastiksäcken gelagert werden. Für Schuhe und Plüschtiere empfehle sich vorübergehendes Einfrieren.

In die Behandlung müssten alle Kontaktpersonen des Erkrankten einbezogen werden. Auch wenn es im vergangenen Jahr gelungen sei, die Ausbreitung der herkömmlichen Krätze einzudämmen, so erfordere die neue Variante "unbedingt erhöhte Wachsamkeit", betont Haamann. (APA/AP)

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