Strasser kritisiert Haiders Libyen-Reise

5. Jänner 2004, 09:06
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"Trip nach Tripolis" als "Wahlkampfgag" bezeichnet - Innenminister: Könnte "großen politischen Schaden" anrichten

Salzburg/Wien - Innenminister Ernst Strasser (V) hat heftige Kritik an der geplanten Libyen-Reise des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider (F) geübt. Haiders "Trip nach Tripolis" wäre nichts weiter als ein "Wahlkampfgag", der in der heiklen Reformphase, in der sich das Regime von Oberst Muammar Gaddafi befinde, "großen politischen Schaden" anrichten könnte, meinte Strasser gegenüber den "Salzburger Nachrichten" (Freitag-Ausgabe).

"Die Entwicklung in Libyen ist viel zu wichtig für diese Art der Profilierung", warnte der Innenminister. Eine Stabilisierung der Region hätte positive Auswirkungen bis Europa. Es gehe nicht an, "dass der Kärntner Landeshauptmann glaubt, den untauglichen Versuch starten zu müssen, mit Störgeräuschen aus Klagenfurt diesen wichtigen Prozess zu übertönen".

Dass Haider mit derlei Aktionen das Ruder im Kärntner Landtagswahlkampf noch zu seinen Gunsten herumreißen könne, glaubt Ernst Strasser nicht. "Diese Provokationsmasche strickt Haider doch schon seit Jahrzehnten. Aber seine Strahlkraft ist enden wollend. Vielleicht hat er das auch schon selber realisiert", so der Innenminister. (APA)

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    Strasser übt Kritik an Haiders Reiseplänen

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