Die größten Flops der IT-Geschichte

12. Jänner 2004, 22:26
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Von IBMs PC jr., Apples Newton und vielen anderen hochgelobten Innovationen, die zu Misserfolgen wurden

In einer der größten, umsatzstärksten und heißumkämpftesten Branchen dieser Welt - der IT-Branche - sind Fehler und Flops scheinbar nicht zu vermeiden. Beinahe unendlich lang ist die Liste jener Hard- und Software, die mit Bugs, Fehlkonstruktionen oder völlig frei jeder erkennbaren Logik und Planung in den Handel kamen. Millionen Dollar und Euro wurden für so manche "Killerapplikation" schon in den Sand gesetzt und für so manches Unternehmen war dies der letzte Flop in der Unternehmensgeschichte.

Ohne die dotcom-Blase

Bei Yahoo findet sich ein Artikel zu diesem Thema. Dieser beschäftigt sich allerdings nur mit den, nach Meinung des Autors größten Fehlern der Branche und nicht, wie man annehmen könnte, auch mit dem übertriebenen dotcom-Hype.

Die Top Acht

Die Liste der größten Flops führt bei Yahoo der IBM PC jr. an. Diese Entwicklung sollte 1984 den Einstieg IBMs in den Homecomputermarkt ebnen, doch wurde es zum ersten großen Flop der Computergeschichte. Auch IBM erholte sich von dieser Niederlage nie ganz. Auf Platz Zwei in dieser Liste folgt "Go". Dabei handelt es sich um ein 1992 angekündigtes Wunderwerk, das sich anschickte den PC und Windows ablösen zu wollen. Das gleichnamige Unternehmen entwickelte ein Betriebssystem namens "Penpoint", das auf Handschrift und nicht auf Keyboard basierte. Da die Software aber leider nicht einwandfrei funktionierte und die Handschrift nie richtig in Maschinentext übertragen werden konnte, scheiterte das Projekt kläglich.

Können Sie sich an "Bob" erinnern?

Den dritten Platz verlieh Yahoo einem Produkt namens "Magic Cap". Dieses Produkt der Firma General Magic, die von ehemaligen Apple-Mitarbeitern gegründet wurde, beschreibt der Autor als fehlerhaftes pseudo-freundliches Voice-Mail-System. Dahinter folgt auf Platz Vier Microsofts Versuch aus dem Jahre 1995 sein GUI gegen ein anderes Interface auszutauschen. Unter dem Namen "Bob" sollte ein sehr comic-artiges Navigationsprogramm für den Computeranwender erscheinen und die Welt revolutionieren, nur leider wurde nichts daraus. Ein weiterer Flop wurde das Iomega Clik! Drive. Auf dem Höhepunkt des ersten CD-Brenn-Hypes im Jahr 1999, als beschreibbare CDs leistbar wurden, startete Iomega den kläglichen Versuch noch schnell ein proprietäres System der Datenspeicherung einzuführen. Allerdings teilte Clik! das spätere Schicksal der Zip-Laufwerke und verschwand von der Bildfläche.

Keine Marketing- und Microsoft-Opfer

Auch das US-amerikanische PC Magazine hat eine Liste der größten Flops der IT-Branche zu bieten. Den ersten Platz hat hier MSX von Microsoft inne. MSX war ein 8-Bit Betriebssystem, das 1983 auf den Markt kam - also in einer Zeit wo alle auf 16-Bit wechselten. Ziel von MSX war eine einheitliche Plattform für PCs, Gadgets und Heimelektronik zu finden. Dahinter folgt Intels iAPX432 Mikroprozessor; dieser erschien 1982 und fand in keinem Produkt jemals Anwendung. Die Top Drei werden durch ein Apple Produkt ergänzt - den Apple Newton. Dieser 1993 erstmals vorgestellte PDA war seiner Zeit eigentlich schon fast zu weit voraus - dummerweise funktionierte die Handschrifterkennung der ersten Serien überhaupt nicht und so floppte das Produkt.

Fehlgriffe soweit das Auge sieht

Einen weiteren Flop stellte der Tandy TRS-80 Model 16 dar. Dieser Rechner wurde im Jänner 1982 präsentiert und verfügte über einen 16-Bit Motorola MC68000-CPU sowie 8-Zoll Floppylaufwerk. Dummerweise gab es für diesen Rechner einfach keine Software und logischerweise daher auch keine Käufer. Ebenfalls 1982 kam der Epson QX-10 auf den Markt. Epson konnte sich damals nicht zu einem 16-Bit-Rechner überreden lassen und startete mit einem 8-Bit-Modell: die Moral von der Geschichte heute fertigt Epson nur noch Drucker.

Gleich viele Flops fanden sich in den 80er Jahren in der Auseinandersetzung der Hersteller um das richtige Diskettenformat. Neben den 5.25-Zoll Floppydisks und dem 3.5-Zoll-Format fanden sich noch Versuche einen Standard zu etablieren, so etwa das "Twiggy"-Laufwerk von Apples Lisa, die Amdek 3-Zoll Diskette mit Cartridge und der Dysan/Tabor-Floppy-Flop. Auch Steve Jobs Alleinunternehmer-Versuch entwickelte sich zum Flop. Die NeXT-Computer des Jahres 1988 wurden zu einem durchgestylten Teil das keiner kaufen wollte. (grex)

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