Schwere Zeiten für Raucher in Niederlanden

4. Jänner 2004, 18:52
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Hunderttausende niederländische Tabakfreunde drohen, ihre Heimat zu verlassen

Den Haag - Wegen drakonischer Strafen für Raucher wollen heuer Hunderttausende niederländische Tabakfreunde ihre Heimat verlassen, zumindest drohen sie damit.

Mehr als 850.000 Raucher kündigten auf einer Internetseite der Stiftung Volksgesundheit und Rauchen ihre geplante Vaterlandsflucht an. Viele von ihnen äußerten sich erbost über die mit dem Jahreswechsel in Kraft getretenen Anti-Raucher-Vorschriften.

Die neuen Vorschriften sehen unter anderem empfindliche Geldstrafen von 300 bis 2400 Euro bei Verstößen vor. Angestellte dürfen künftig nicht mehr in ihren Büros rauchen - selbst wenn der Chef ein Auge zudrücken würde. Busse, Taxis und Züge werden in den Niederlanden ebenso zu Nichtraucherzonen wie Bahnhöfe und Bushaltestellen. Die schnelle Zigarette auf der Toiletten ist künftig genauso verpönt wie Qualmen in Hallen, Treppenhäusern, Kantinen und Konferenzräumen. Von den rund 16 Millionen Niederländern rauchen laut Statistik mehr als ein Viertel.

Ehrlichkeit in Rabat

Einen anderen politischen Weg geht Marokko: Die Regierung in Rabat brach jetzt ein Tabu und räumte erstmals offen ein, dass mehr als 800.000 Marokkaner vom Anbau von Cannabis leben. Seit Jahren ist es ein offenes Geheimnis, dass in Marokko ganze Landstriche dem Cannabisanbau dienen und das nordafrikanische Land der größte Haschischexporteur der Welt ist.

Nach einem Papier, das die marokkanischen Behörden zusammen mit dem UN-Büro für Drogenbekämpfung erstellten, erstreckt sich der Anbau der Haschischpflanze auf eine Fläche von 134.000 Hektar. Die Bauern verdienen mit Hanf etwa achtmal mehr als mit Getreide. Das große Geld macht freilich die Mafia, die das Haschisch nach Europa schmuggelt. (dpa, AFP)

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    Empfindliche Geldstrafen drohen niederländischen Rauchern seit Jahreswechsel bei Nichteinhaltung der neuen Antiraucher-Gesetze

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