Vietnamesischer Regimekritiker wegen Spionage verurteilt

19. Jänner 2004, 19:45
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Wegen regimekritischer Äußerungen im Internet

Ein ehemaliger vietnamesischer Journalist, der über das Internet regimekritische Äußerungen verbreitet hat, ist am Mittwoch wegen Spionage zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der 35-jährige Nguyen Vu Binh wurde im September vergangenen Jahres festgenommen, nachdem er in einem Artikel die Regierung in Hanoi kritisiert hatte. Zuvor hatte er sich für Menschenrechte stark gemacht und wollte eine oppositionelle Partei gründen.

Sieben Jahre Gefängnis

Der Volksgerichtshof in Hanoi verurteilte Binh nach Angaben eines Sprechers zu sieben Jahren Gefängnis und weiteren drei Jahren Hausarrest. Der frühere Journalist habe Informationen gesammelt, um sie gegen die Regierung zu verwenden.

Dutzende Sicherheitskräfte hinderten Binhs Familie vor dem Gerichtsgebäude mit lautem Pfeifen und Megafonen daran, mit Reportern und Diplomaten über das Verfahren zu sprechen. Der Angeklagte durfte vor Gericht nur von seiner Frau begleitet werden.

Amnesty International und die New Yorker Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatten am Dienstag Binhs Freilassung gefordert. Vietnam ist wegen seines repressiven Vorgehens gegen Dissidenten wiederholt in Kritik geraten.(APA/AP)

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