Junge ÖVP muckt auf

2. Jänner 2004, 14:40
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Parteijugendchefin Silvia Fuhrmann gegen die Parteilinie: Harmonisierung soll nicht nur für unter 35-jährige gelten

Wien - Die Junge ÖVP nabelt sich von der offiziellen Parteilinie ab und fordert bei der Pensionsharmonisierung eine Stichtagsregelung, wie sie auch vom ÖGB verlangt wird: "Die Harmonisierung soll für alle Menschen gelten und nicht nur für alle unter 35-jährigen", erklärte JVP-Chefin Silvia Fuhrmann am Mittwoch. Werde dies umgesetzt, könnte man tatsächlich von einem fairen Modell sprechen.

"Versprechen endlich einlösen"

Fuhrmann meinte, es sei nun an der Zeit, das Versprechen an die Jungen endlich einzulösen: "Keine Privilegien mehr und einen sicheren Anteil des Staates zu ihrer eigenen Pension". Die JVP-Chefin erinnerte daran, dass die junge Generation keine "100 Prozent-Paletti-der-Staat-wird's-schon-richten-Pension" mehr haben werde. Das Mindeste, was die Jungen sich jetzt wohl erwarten dürften, sei fair behandelt zu werden.

Des weiteren muss nach Ansicht Fuhrmanns eine Rücksichtnahme auf moderne Dienstverhältnisse wie z.B. Werkverträge und freie Dienstverträge bei der Pensionsharmonisierung diskutiert werden, genauso wie die Verfahrensweise nach der Aufhebung des 10 Prozent Verlustdeckels im Jahr 2028. "Nach dem Auslaufen des 10-Prozent-Deckels muss es weiterhin zu einer entsprechenden Berücksichtigung von Teilzeitarbeit sowie von Kindererziehungs- und Karenzzeiten kommen", so Fuhrmann.´

20-Wochenstunden-Managerinnen

Im Besonderen müsse für Frauen an der Zuverdienstgrenze gearbeitet werden. Die Bundesobfrau der Jungen ÖVP weiter: "Jene reicht nämlich für eine Frau in einer Führungs- und Managementfunktion nicht aus, um etwa 20 Stunden arbeiten zu können." Die Junge ÖVP kann sich auch vorstellen, dass das Pensionsantrittsalter für Frauen schon früher angepasst wird. "Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Lohnunterschiede und Aufstiegschancen für Frauen stellen wirkliche Herausforderungen dar", so Fuhrmann abschließend.

Teuere Hausstandsgründung

"Es ist von besonderer Wichtigkeit, dass junge Arbeitnehmer dann das Geld verdienen können, wann sie es auch tatsächlich brauchen", so Fuhrmann, die insbesonders die hohen Ausgaben für die Familien- und Hausstandsgründung anführt, aber auch die hohen Kosten für die Finanzierung der dritten Pensionssäule. "Wie soll ein Junger für die eigene Altersvorsorge sparen, wenn er nicht einmal im Alltag über die Runden kommt?", führt Fuhrmann an. (APA)

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    Silvia Fuhrmann: "Man darf nicht vergessen, dass unsere Generation keine

    100%paletti-der-Staat-
    wird´s-schon-richten-
    Pension

    mehr haben wird. Das Mindeste was wir Jungen uns jetzt wohl erwarten dürfen, ist fair behandelt zu werden",

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