USA machen Dialog mit dem Iran von Bedingungen abhängig

1. Jänner 2004, 21:34
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Khatami: "Humanitäre Themen nicht mit chronischen politischen Problemen vermischen"

Washington/Teheran - Die USA sind an einer Entspannung ihrer Beziehungen zum Iran und einem Dialog nur interessiert, wenn sich Teheran an internationale Vereinbarungen hält. Nachdem Außenminister Colin Powell in einem Zeitungsinterview Hoffnung auf eine Verbesserung des Klimas geäußert hatte, betonte Außenamtssprecher Adam Ereli, der Iran verhalte sich in wesentlichen Fragen immer noch "kritisch".

Ereli nannte unter anderem die Einhaltung von Verpflichtungen gegenüber der Internationalen Atomenergie-Organistaion (IAEO) und der internationalen Gemeinschaft angehe. Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte, die USA sei weiterhin besorgt darüber, dass der Iran den Terrorismus unterstütze und nach Massenvernichtungswaffen strebe.

Neue Impulse

Aus Regierungskreisen hatte es zuvor geheißen, Präsident George W. Bush erwäge, den vor mehr als 20 Jahren abgebrochenen Dialog mit dem Iran wieder aufzunehmen. Die humanitäre Hilfe, welche die USA dem Iran im Zuge der Erdbebenkatastrophe zukommen ließen, habe der Diskussion in der US-Regierung über einen Wandel der Iran-Politik neue Impulse gegeben.

"Dies ist eine Chance für den Iran, einen Schritt vorwärts zu machen", hieß es, "die Last liegt nun auf den Schultern der Iraner." Die Eröffnung des Dialogs sei jedoch mit der Hoffnung verknüpft, dass der Iran seinen guten Willen demonstriere und strittige Fragen mit den USA erörtere.

Der Iran hatte vor rund zwei Wochen nach monatelangem internationalem Druck unangekündigten IAEO-Inspektionen in seinen Atomanlagen zugestimmt. Der Iran wies zugleich Vorwürfe zurück, ein geheimes Atomwaffenprogramm zu betreiben.

Der iranische Präsident Mohammed Khatami sagte indes, die Beziehungen der beiden Staaten könnten sich nur verbessern, wenn die US-Regierung ihre Haltung und ihren Ton änderten.

Er sei Washington für die umfangreiche Hilfe nach der Erdbebenkatastrophe dankbar, man dürfe aber humanitäre Themen nicht mit "tiefen und chronischen politischen Problemen" vermischen, sagte Khatami. (APA/AP/Reuters)

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