Israel will Besiedlung der Golanhöhen vorantreiben

2. Jänner 2004, 13:00
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Bevölkerungszahl soll um 50 Prozent gesteigert werden

Jerusalem - Israel hat angekündigt, die Besiedlung der Golan-Höhen im Grenzgebiet zu Syrien drastisch voranzutreiben. Nach offiziellen Angaben vom Mittwoch entschied eine Ministerrunde der israelischen Regierung, die Bevölkerungszahl der landwirtschaftlichen Siedlungen um 50 Prozent zu erhöhen.

Syrien fordert die Rückgabe der 1967 von Israel besetzten und 1981 annektierten Golan-Höhen. Das Gebiet grenzt an den See Genezareth, das wichtigste Wasserreservoir Israels.

Verdoppelung geplant

Israel will nach Angaben eines Ministers in den kommenden drei Jahren die Zahl der jüdischen Siedlungen auf den Golan-Höhen sogar verdoppeln. "Die Entscheidung der Regierung ist eine Reaktion auf die Initiative Syriens, das nach eigenen Angaben am Frieden interessiert ist, während es gleichzeitig offen den palästinensischen Terror unterstützt", sagte Landwirtschaftsminister Jisrael Katz in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Tageszeitung "Jedioth Ahronoth".

Syrien hat Vorwürfe Israels zurückgewiesen, Gewalttaten radikaler Palästinensergruppen zu unterstützen. Katz ist Initiator des Planes und Vorsitzender des Ausschusses für Siedlungsfragen. Im israelischen Rundfunk sagte er: "Es ist gut für jeden zu wissen, dass Israel keine Absicht hat, seinen Zugriff auf den Golan zu lockern, sondern genau das Gegenteil." Derzeit leben in der Region rund 17.000 jüdische Siedler.

Die Frage der Golan-Höhen sorgt immer wieder für Spannungen zwischen den beiden Ländern. Syrien fordert die Rückgabe des strategisch wichtigen Geländes. Israelische Medien berichteten, Israel wolle vor jeglichen Friedensverhandlungen mit Syrien seinen Zugriff auf das Gebiet mit Hilfe der Siedler festigen. Syrien hat die USA aufgerufen, sich für eine Wiederaufnahme der an der Frage der Golan-Höhen im Jahr 2000 gescheiterten Gespräche mit Israel einzusetzen.

Zahl der Einwanderer auf 15-Jahres-Tief

Die Zahl der Einwanderer nach Israel ist 2003 auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren gesunken. Wie das Zentrale Statistikamt am Mittwoch mitteilte, wanderten 23.000 Menschen 2003 ein, verglichen mit 34.000 im Jahr zuvor. Mehr als die Hälfte stammte aus der ehemaligen Sowjetunion, 13 Prozent aus Äthiopien, acht Prozent aus Frankreich und sieben Prozent aus den USA.

Für den Rückgang werden unter anderem die schlechte wirtschaftliche Lage in Israel und die jüngste Welle von palästinensischen Selbstmordattentaten verantwortlich gemacht. (APA)

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