Letzte Frist für die Uralttausender

14. Jänner 2004, 14:13
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Die Tausendschillingnote mit dem Konterfei Bertha von Suttners ist die erste aus einer Serie von Banknoten, deren "Präklusivfristen" ab Mitte 2005 ablaufen - Mit Infografik

Wien - Vorab eine Entwarnung: Die letzte Schillingbanknotenserie vor der Einführung des Euro hat keine so genannte "Präklusivfrist", kann also ohne Zeitbegrenzung bei der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) eingetauscht werden. Dazu gehören etwa der 5000-Schilling-Schein, auf dem Wolfgang Amadeus Mozart abgebildet ist, oder der Hunderter mit dem Bild von Eugen Böhm von Bawerk.

Für die älteren Banknoten beginnt jetzt schön langsam die Uhr zu ticken: Der Tausender mit dem Konterfei der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner ist "die erste, deren Präklusivfrist ausläuft - und zwar Ende August 2005", so Nationalbank-Vizegouverneur Wolfgang Duchatczek zum STANDARD (siehe Grafik). Die Präklusivfrist, innerhalb derer ein Umtausch bei der Zentralbank möglich ist, läuft bei allen Banknoten (bis auf die letzte Serie) über 20 Jahre. Der Tausender mit dem Suttner-Bild wurde 1985 durch den Blauen mit dem Porträt des Physikers Erwin Schrödinger ersetzt.

Behalten vermindert Staatsschuld

Derzeit sind laut OeNB noch Schillingnoten mit Präklusivfrist im Gegenwert von 240 Millionen Euro im Besitz der Bevölkerung - beispielsweise 470.000 Von-Suttner-Scheine, 1,6 Millionen Schrödingers (1000 Schilling, Frist bis April 2018) oder 2,9 Millionen Angelika-Kaufmanns (100 Schilling, November 2006). Werden die Scheine nicht rechtzeitig umgetauscht, verfällt ihr Wert; sie werden bei der Nationalbank ausgebucht und verringern per Gegenbuchung die Staatsschuld, erläutert Duchatczek.

Insgesamt sind noch Noten im Wert von zwölf Milliarden Schilling nicht in Euro umgetauscht worden. Das entspricht in etwa fünf Prozent des früheren Bargeldumlaufes von circa 240 Milliarden Schilling. Mit einer Rücklaufquote von 95 Prozent liege man in etwa gleich hoch wie Deutschland, so der Notenbanker. Im Jahr 2003 seien im Schnitt 80 Millionen Schilling pro Monat zurückgekommen - "relativ wenig im Vergleich zum Volumen", so Duchatczek. (DER STANDARD Printausgabe, 31.12.2003, Leo Szemeliker)

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