RLB OÖ steigerte Betriebsergebnis

7. Jänner 2004, 19:07
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Scharinger will 2004 in die Beitrittsländer expandieren

Linz - Als "sehr erfreulich" bezeichnete der Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank (RLB) Oberösterreich Ludwig Scharinger den Geschäftsverlauf 2003 in einer Pressekonferenz über die vorläufige Bilanz am Dienstag in Linz. Die Bilanzsumme sei um 10 Prozent auf 12,81 Mrd. Euro gestiegen. Das Betriebsergebnis sei trotz einer geringen Zinsspanne bei der RLB von 0,7 Prozent - was in Summe 68,9 Mio. Euro ausmache - um 7,7 Prozent auf 108 Mio. Euro gewachsen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, das allerdings beziffert werden könne, wenn die Bilanz feststehe und von den Organen bestätigt sei, werde sich um über 20 Prozent verbessern. Für 2004 nimmt sich Scharinger unter anderem einen verstärkten Auftritt in den EU-Beitrittsländern vor.

Die Eigenkapitalquote werde 2003 von 13,93 auf 13,97 Prozent steigen, berichtete Scharinger und verwies darauf, dass das Bankwesengesetz-Erfordernis 8 Prozent sei. Die Cost Income Ratio werde von 54,5 auf 53,4 Prozent sinken, langfristig angepeilt seien 50 Prozent, für 2004 seien 52,4 Prozent geplant. Diese Kennzahl drücke auch die Risikotragungsfähigkeit einer Bank aus. Bei österreichischen liege sie zwischen 60 und 80 Prozent, bei deutschen zwischen 70 und 90 Prozent. Die internationale Ratingagentur Moody's habe das A 1-Rating für die RLB bestätigt, weil die Fundamentaldaten stimmten und auch das Finanzmagazin "The Banker" habe die RLB als "stärkste Regionalbank Österreichs" bezeichnet, freute sich Scharinger.

Er betonte angesichts der niedrigen Zinsspanne seines Institutes neuerlich die Wichtigkeit der rentablen 382 Beteiligungen und 162 Tochterfirmen für das Ergebnis sowie die Expansion ins Ausland. Dabei würden sowohl heimische Kunden ins Ausland begleitet, als auch dort ansässige Kunden geworben. So werde auch vermieden, dass ausländische Banken in den heimischen Markt "drücken". In Bayern sei es gelungen, nunmehr 3.314 Firmenkunden und 923 vermögende Privatkunden zu gewinnen. Ausgezeichnet sei dort die Entwicklung im Firmenfactoring, bei dem Unternehmen ihre Forderungen abgekauft werden. Das stelle für sie eine moderne Betriebsmittelfinanzierung dar und sie könnten damit die Forderungen legal aus der Bilanz bringen. Damit sei erst Ende 2002 begonnen worden, das Volumen mache aber bereits 410 Mio. Euro aus, rechnete Scharinger vor. Dabei werde mit der deutschen Hermes-Versicherung zusammengearbeitet, die 90 Prozent des Risikos trage. Dieses Service solle auch in Österreich und in Tschechien verstärkt angeboten werden.

Auch in Tschechien gebe es eine gute Entwicklung: Über die Raiffeisenbank Prag würden 14.405 Firmenkunden und rund 100.000 Privatkunden betreut. "Es laufen uns die Kunden geradezu nach", schilderte Scharinger. Über direkte Tochterfimen der RLB unter anderem in den Bereichen Consulting, Immobilien und Versicherungen würden weitere 1.000 Kunden betreut.

2004 will die RLB massiv in den Beitrittsländern Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowakei verstärken. Auch in Bayern soll weiter expandiert werden. Darüber hinaus sollen die Private Public Partnership (PPP)-Finanzierungen - derzeitiges Investitionsvolumen 2,2 Mrd. Euro - forciert werden. Zudem soll die neu entwickelte Kundenbetreuungssoftware "Elektronisches Vertriebsinformationssystem" (ELVIS) flächendeckend eingesetzt werden. Dabei wird den Betreuern aufgezeigt, was der jeweilige Kunde - der zuvor aufgrund der Bankkriterien in einer Zielgruppe eingestuft wurde, noch an Produkten brauchen könnte. (APA)

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