Eine Stadt ergibt sich dem Silvestertrubel

1. Jänner 2004, 12:58
7 Postings

In der letzten Nacht des Jahres werden wieder mehr als 600.000 Festgäste in der Wiener Innenstadt erwartet - Mit Silversterpfad-Plan

Zu den neun Bühnen und drei Musikstraßen gesellt sich diesen Silvester ein weiterer "Schauplatz": Busse shutteln auf den Cobenzl zum Feuerwerk-Schauen

***

Die Stadt hat sich für den Ansturm gerüstet - und gibt sich ihm hin: 50 Kilometer Kabel wurden verlegt, um für die eine Nacht rund 20 Megawatt Strom liefern zu können. 300 Tonnen Stahl wurden verbaut, um Bühnen und ähnliches Unterhaltungsbauwerk zu errichten. Neun Bühnen, drei Musikstraßen und über hundert Gastronomen: Der Silvester und seine Gäste können kommen.

Das größte Problem beim innerstädtischen Silvester bisher: Man hört das Ballern (und daher die Pummerin nicht), man sieht das Getümmel - jedoch nicht das Feuerwerk. Daher wird heuer erstmals zwischen Rathausplatz und Cobenzl ein eigener Shuttledienst im Zehnminutentakt alle Schaulustigen auf den Hausberg und wieder retour führen. Zu- und Aussteigemöglichkeiten gibt es bei der U-Bahn-Station Spittelau und am Grinzinger Platz. Auch dort oben: Disco und Dancefloor - unter anderem wird die Starmania-Christl erwartet. Der Cobenzl selbst ist übrigens für jeglichen anderen Autoverkehr gesperrt.

Walzerkurs und Musical-Hits

In der Innenstadt gibt's wieder Walzerkurs und Musical-Hits auf dem Rathausplatz, Karaoke in der Löwelstraße. Auf der Freyung wird eine frostige Beachparty am Sandstrand gefeiert. Am Hof wird die Jahreshitparade durch die Ö3-Disco wummern. Am Hohen Markt gibt's "Disco-Hits auch für Kids". Radio Arabella wird übrigens am Neuen Markt seine Sicht der Schlagerhits auflegen, ATV+ lockt zum Graben mit dem "ultimativen Partymix". Wer Flamenco, Jazz-und Ethnomusik bevorzugt, ist in der Silvesternacht am Lugeck daheim.

Klassische Beschallung wird am Kohlmarkt geboten - und auf dem Karajan-Platz neben der Oper kann man sich einen Traum erfüllen: Einmal die Philharmoniker dirigieren mithilfe des Video-Wall-Systems vom Haus der Musik. Besinnlicher gerutscht wird übrigens auch am Spittelberg.

Eine nachdenklich stimmende Meldung kam von Professor Lenz von der TU Wien: Er berechnete, dass zu Silvester über Feuerwerkskörper so viele Staubpartikel emittiert werden wie durch den Autoverkehr an 100 Tagen. (frei/DER STANARD; Printausgabe, 31.12.2003/1.1.2004)

  • Der Wiener Silvesterpfad
    grafik: standard

    Der Wiener Silvesterpfad

Share if you care.