USA suchen nach weiteren Tieren aus Herde der BSE-Kuh Dritte

1. Jänner 2004, 21:14
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US-Delegation in Asien - Japan und Südkorea lehnen Aufhebung des Importverbots ab

Im Zusammenhang mit der ersten an Rinderwahn erkrankten Kuh in den USA suchen die Behörden nach 81 weiteren Tieren aus derselben Herde. Wie US-Chefveterinär Ron DeHaven in Washington mitteilte, sollen außerdem Verbindungen der amerikanischen Kuh zu einem kanadischen Rind ausgemacht werden, bei dem bereits im Mai BSE festgestellt wurde. Beide Tiere seien geboren worden, bevor die USA und Kanada 1997 die Verfütterung von Tiermehl verboten hätten, sagte DeHaven.

Die USA erwägen nach dem ersten Verdachtsfall laut DeHaven außerdem eine Änderung der Testmethoden für BSE. Die erste amerikanische BSE-Kuh wurde offenbar vor zwei Jahren in die USA importiert und war zwischen sechs und acht Jahren alt. Ein Großteil ihres Fleisches wurde in die US-Bundesstaaten Oregon und Washington verkauft.

Mehr als 30 Länder haben Einfuhr von US-Rindfleisch ausgesetzt

Ein Mitarbeiter der Abteilung für Nahrungsmittelsicherheit im Landwirtschaftsministerium, Doktor Kenneth Petersen, erklärte, bisher seien keine zusätzlichen Tests für Rinder angeordnet worden. Das Fleisch von Tieren, die wegen einer Erkrankung nicht alleine stehen könnten, dürfe weiter für den menschlichen Verzehr verkauft werden, solange es keine Hinweise auf eine neurologische Störung gebe. Das Fleisch der BSE-Kuh war verkauft worden, weil ein Prüfer der Behörde nur Zeichen für eine physische Erkrankung sah.

Mehr als 30 Länder haben in den vergangenen Tagen die Einfuhr von Rindfleisch aus den USA ausgesetzt. Taiwan verhängte am Dienstag einen mindestens siebenjährigen Importstopp. Diese Frist sei mit Blick auf die lange Inkubationszeit gewählt worden, erklärte das Gesundheitsministerium.

Aufhebung des Einfuhrverbots abgelehnt

Wie aus japanischen Regierungskreisen verlautete, versuchte eine Delegation der US-Regierung am Montag, Tokio zu einer Aufhebung des Importstopps zu bewegen. Japan habe dies aber abgelehnt. Die Delegation reiste danach nach Südkorea weiter. Die dortige Regierung lehnte eine Aufhebung des Einfuhrverbots ebenfalls ab.

Erst wenn die Sicherheit des amerikanischen Rindfleischs wissenschaftlich bewiesen sei, könne das Importverbot aufgehoben werden, erklärte der Generaldirektor im Landwirtschaftsministerium, Lee Myong Soo. Aus Kreisen der US-Delegation verlautete, man habe nicht um eine Aufhebung gebeten, sondern die ergriffenen Maßnahmen im Kampf gegen die Rinderseuche vorgestellt. (APA/AP)

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