Bevölkerung zu Schwarz-Grün laut IV-Umfrage abwartend

2. Jänner 2004, 11:08
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Kritik der SPÖ an Zusammenarbeit

Linz - Auf die nach der Landtagswahl Ende September vereinbarte Zusammenarbeit von ÖVP und Grünen in der oberösterreichischen Landesregierung und im Landtag reagiert die Bevölkerung laut einer am Dienstag veröffentlichten market-Umfrage im Auftrag der Industriellenvereinigung abwartend. Die SPÖ übte am Dienstag in einer Presseaussendung Kritik an der Zusammenarbeit.

Laut Umfrageergebnis glauben 22 Prozent der Personen mit Volks- oder Hauptschulabschluss an positive Auswirkungen von Schwarz-Grün, 32 Prozent fürchten eher negative Entwicklungen für die heimischen Industriebetriebe. Bei den Maturanten und Universitätsabsolventen betrage dieses Verhältnis hingegen 43 zu 16 Prozent.

Was die Beschäftigung in den Industriebetrieben betrifft, erwarten knapp zwei Drittel der Bevölkerung keine Auswirkungen der Zusammenarbeit, allerdings glauben laut Umfrage mehr Oberösterreicher (22 Prozent) an Arbeitsplatzverluste als an eine Zunahme von Arbeitsplätzen (11 Prozent). "Aus Sicht der Industrie wird sich insbesondere in den Energie- und Infrastrukturfragen entscheiden, ob die Sorge um Arbeitsplätze berechtigt ist", erklärte der Geschäftsführer der OÖ. Industriellenvereinigung Kurt Pieslinger.

Der Klubobmann der SPÖ im Landtag Karl Frais kritisierte, die Grünen in Oberösterreich würden offensichtlich ohne Gewissensbisse ein ÖVP-Programm mittragen und die "schwarzen Machtgelüste" im Land sichern. Viele Grün-Wähler würden sich sicher bereits wundern, wo ihre Stimme gelandet sei. In den ersten Wochen und Monaten dieser Koalition hätten die Grünen bereits viele ihrer Positionen verraten. Die SPÖ werde sich deshalb 2004 umso konsequenter für die Interessen der Menschen in Oberösterreich und gegen die von vielen nicht gewollte Machtpolitik von Schwarz-Grün einsetzen, kündigte Frais an. Seine Partei sei der einzige "Schutzschild" gegen den Sozialabbau und den Ausverkauf der Heimat. Sie wolle nicht Opposition sein, sondern die Alternative zu Schwarz-Grün. (APA)

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