Gedämpfe Erwartungen fürs neue Jahr

1. Jänner 2004, 20:01
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Die Mehrheit der Österreicher ist skeptisch oder besorgt - Stimmungslage hat sich verschlechtert - Mit Grafik

Die Österreicher gehen mit gedämpften Erwartungen ins neue Jahr. Das zeigt das am Dienstag veröffentlichte Ergebnis der traditionellen Silvester-Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes IMAS. Demnach erwartet die Mehrheit der Befragten das Jahr 2004 entweder mit Skepsis oder Sorge.

Stimmungslage verschlechtert

IMAS fragt seit 1972 jeweils gegen Ende Dezember rund 1.000 für die Gesamtbevölkerung repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Erwartungen für das kommende Jahr. Zwar bekundeten heuer 41 Prozent ausdrücklich ihre Zuversicht, 29 Prozent sehen jedoch 2004 mit Skepsis, 23 Prozent mit Sorge entgegen, die negativen Stimmen zusammengezählt machen somit aktuell 52 Prozent aus. Damit hat sich die Stimmungslage im Vergleich zum vergangenen Jahresende um einen Deut verschlechtert. Damals hatten die Optimisten noch einen Anteil von 43 Prozent, die Pessimisten und Skeptiker insgesamt 48 Prozent.

Junge am unbeschwertesten

Am unbeschwertesten begrüßen das neue Jahr - wie üblich - Angehörige der jungen Generation sowie die leitenden Angestellten und Beamten. Bedrückt fühlen sich vor allem Personen über 50, aber auch einfache, ungelernte Arbeiter.

Im Langfristvergleich liegt die aktuell gemessene Zukunftsstimmung deutlich unter den strahlenden Werten einiger früherer Perioden, insbesondere während der späten achtziger Jahre (Spitzenwert 1989: 62 Prozent Optimisten, 29 Prozent Skeptiker oder Besorgte). Die Bevölkerung präsentiert sich jetzt aber auch nicht so bedrückt, wie beispielsweise nach dem Energie- und Rohstoffschock 1973 oder während der von Firmenzusammenbrüchen gekennzeichneten ersten Hälfte der Achtziger (1982: Nur 26 Prozent Zuversichtliche und 64 Prozent Pessimisten).

Angespannte Lage am Arbeitsmarkt

Dazu, dass seine Umfrageergebnisse nicht den freundlichen Daten der Wirtschaftsforscher entsprechen merkt IMAS an, dass sich die Lage für die Bevölkerung anders darstelle, als für die Betriebe, auf der die Berechnungen der Wirtschaftsforscher im wesentlichen aufbauen. Als Beispiel nennen die Meinungsforscher die weiterhin angespannte und schmerzhaft empfundene Situation am Arbeitsmarkt. Dazu würde die Bevölkerung in ihre Zukunftsschau auch Überlegungen einbeziehen, die für die Berechnungen der Wirtschaftsforscher überhaupt keine Rolle spielten, beispielsweise den Eindruck einer Zunahme der Kriminalität.

Wahrscheinlich werde das Vertrauen in die Zukunft auch durch eine etwas verstärkte Enttäuschung über die Vergangenheit belastet, vermutet IMAS. Heuer berichteten 54 Prozent, dass sie mit 2003 zufrieden, 43 Prozent unzufrieden waren. Voriges Jahr gab es noch 58 Prozent Zufriedene und nur 39 Prozent Unzufriedene. (APA)

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    Zuversicht fürs neue Jahr

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