ESA hat Umlaufbahn des "Mars Express" gedreht

2. Jänner 2004, 21:54
23 Postings

Chance "Beagle 2" zu finden damit um Hundertfaches erhöht - Landegerät könnte in einem Krater liegen

Darmstadt/Wien - Die europäische Raumfahrtbehörde (ESA) hat am Dienstag die Umlaufbahn der Sonde "Mars Express" in einen polaren Orbit gedreht, was das Mutterschiff ab 7. Jänner von derzeit 180.000 Kilometer auf bis zu 200 Kilometer Höhe senken soll.

Damit sollten die bestmöglichen Konditionen für einen Kontakt mit dem Landegerät "Beagle 2" erreicht sein, hofft die ESA. Im Unterschied zum äquatorialen Orbit, bei dem die Sonde wie ein Fernsehsatellit den Äquator allein anpeilt, scannt "Mars Express" im polaren Orbit den Mars in Streifen ab. "Wenn Beagle in gutem Zustand ist, ist damit die Chance, ihn zu finden, praktisch verhundertfacht", erklärte ESA-Sprecher Bernhard van Weyhe dem STANDARD - selbst wenn das Landegerät, wie am Dienstag befürchtet, in einem Krater gelandet sei.

Zwei Drittel aller Marsmissionen gescheitert

Hinweise auf die Krater-Hypothese lieferten Fotos des Beagle-Landegebiets, das die Nasa-Sonde "Mars Global Surveyor" 20 Minuten nach der geplanten Landung in der Weihnachtsnacht gemacht hatte. Demnach herrschte bei der Landung außerdem gutes Wetter: Keiner der gefürchteten Sandstürme, die die Sonnenpanele für die Energiezufuhr zugeweht haben könnten, waren auszumachen.

Das Schweigen von "Beagle 2" ließ vor der geplanten Landung des amerikanischen Roboters "Spirit" am Samstag auch die Nervosität der NASA-Wissenschafter wachsen. Sie wurden nicht müde, darauf hinzuweisen, dass der Mars zu den größten Herausforderungen der Raumfahrt gehört. Zwei Drittel aller Marsmissionen sind bisher gescheitert. (Eva Stanzl/DER STANDARD, Printausgabe, 31.12.2003)

Share if you care.