Burundi: Päpstlicher Nuntius erschossen

5. Jänner 2004, 10:42
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Gegenseitige Schuldzuweisungen von Armee und Rebellen

Bujumbura - Der Apostolische Nuntius in der ostafrikanischen Republik Burundi, Erzbischof Michael Aidan Courtney, ist unweit der Stadt Minago niedergeschossen und tödlich verletzt worden. Courtney sei am Montag während einer Notoperation im Zentralkrankenhaus der nahe gelegenen Hauptstadt Bujumbura seinen Verletzungen erlegen, meldete der römische Missionspressedienst "Misna".

Nach Zeugenberichten wurde der Nuntius am Sonntag unter noch ungeklärten Umständen während der Autofahrt von Bujumbura nach Bururi von drei Kugeln getroffen. Der Erzbischof erlangte nicht mehr das Bewusstsein. Zwei seiner drei Begleiter seien unverletzt geblieben, der dritte leicht am Arm getroffen worden. Die Armee machte die Rebellengruppe FLN für die Tat verantwortlich. Die Aufständischen wiesen die Anschuldigungen zurück und bezichtigten ihrerseits die Streitkräfte der Tat.

In Irland geboren

Der 1945 in Killaloe in Irland geborene Courtney war seit November 2000 Nuntius in dem mehrheitlich katholischen afrikanischen Land. Parallel zu seiner Berufung zum Nuntius war Courtney auch zum Titularerzbischof der einstigen irischen Diözese Eanach Duin (Annaghdown) ernannt worden.

Erzbischof Courtney ist laut Kathpress der erste päpstliche Nuntius, der in Ausübung seines Dienstes einem Mordanschlag zum Opfer gefallen ist. Über die Täter gab es am Montag in Bujumbura nur Spekulationen. Das Land wird ebenso wie die Nachbarrepublik Ruanda seit Jahrzehnten von künstlich geschürten ethnischen Spannungen zwischen den Volksgruppen der Hutu und Tutsi heimgesucht. (APA)

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    Erzbischof Courtney ist der erste päpstliche Nuntius, der in Ausübung seines Dienstes einem Mordanschlag zum Opfer gefallen ist.

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