Ein Viertel der Wiener Winzer verschwand

4. Jänner 2004, 18:56
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Deutlich weniger Rebflächen bepflanzt – Zunahme nur bei den Rotweinen

Wien – Wovor die Wiener Landwirtschaftskammer schon seit längerem warnt, ist nun amtlich festgeschrieben: Fast ein Viertel der Weinbaubetriebe von Wien ist verschwunden. Ein Minus von 23 Prozent – und das in nur einem halben Jahrzehnt zwischen 1995 und 1999. Dieser Verlust, der gleichzeitig mit einem starken Rückgang an bepflanzten Rebflächen einhergeht, ist im ersten Wiener Landwirtschaftsbericht dokumentiert, den die Wiener Landwirtschaftskammer heuer für die Stadt Wien erstellte.

Laut dem Rebflächenverzeichnis der MA40 existieren im Jahr 2002 in Wien nur noch 717 Hektar Weingartenfläche – davon sind 663 Hektar tatsächlich bepflanzte Rot- und Weißweinflächen.

Trend zum Rotwein

Weiters ist ein deutlicher Trend zum Rotwein dokumentiert: In diesem Segment wurden die Produktionsflächen sogar erweitert. Allen voran der Blaue Zweigelt (40 Prozent der Rotweinflächen) dann Blauer Burgunder (13 Prozent), Cabernet Sauvignon, Blauburger (je 9), St. Laurent und Blauer Portugieser (je acht Prozent).

Trotzdem überwiegt weiter der Weißwein mit einem Anteil von 82,5 Prozent der gesamten Rebflächen. Der große Dominator in diesem Sektor mit 33 Prozent Rebflächen-‑ anteil: Grüner Veltliner vor Rheinriesling (16 Prozent), Gemischtem Satz (11) und Weißburgunder (10). Nur eine signifikante Flächenzunahme gibt es beim Chardonnay, der jetzt bei acht Prozent hält.

Niederösterreich topp

Im gesamtösterreichischen Vergleich kann Wien mengenmäßig aber längst nicht mithalten: Der Wiener Anteil an der Weißweinproduktion beträgt gerade einmal ein Prozent – bei den Rotweinen sind es gar nur 0,5 Prozent. Bei den Weißen ist Niederösterreich mit 67,4 Prozent absoluter Mengensieger. Bei den Rotweinen teilen sich Niederösterreich und das Burgenland mit jeweils mehr als 46 Prozent den Spitzenplatz.

Was die Qualität betrifft, holen die Wiener Winzer allerdings nicht nur durch kräftige Investitionen in Kellertechnik deutlich auf: 2002 wurden bereits 76,2 Prozent als Qualitätswein geerntet, nur noch 13 Prozent wurden als Landwein verarbeitet, 8,9 Prozent als Tafelwein.(Roman Freihsl, Der Standard, Printausgabe, 30.12.2003)

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