Noch nie schwand die Artenvielfalt so schnell wie im vergangenen Jahr

1. Jänner 2004, 19:00
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Weltnaturschutzunion präsentiert erschreckende Jahresbilanz: 1.092 Spezies rückten in die obersten Gefährdungsstufen auf

Frankfurt - Die Artenvielfalt auf der Welt schrumpft schneller als je zuvor. Das berichtete die Naturschutzorganisation WWF am Sonntag in Frankfurt unter Berufung auf die Weltnaturschutzunion (IUCN). Demnach sind am Ende dieses Jahres 1.092 mehr Tier- und Pflanzenarten als im Vorjahr in die obersten drei der neun Gefährdungsstufen auf der Roten Liste der bedrohten Arten eingeordnet.

Insgesamt seien in diesen drei Stufen 12.259 Arten aufgelistet. Gründe für die Arten-Bedrohung sind unter anderem das Abholzen von Wäldern, die Trockenlegung von Feuchtgebieten, die Ansiedlung von fremden Arten, die heimische verdrängen sowie die anhaltende "Übernutzung" vieler Arten.

Beispiele

In Asien und Afrika leben nach WWF-Angaben beispielsweise nur noch 13.000 Nashörner. Ursprünglich seien es mehr als eine Million gewesen. Schuld sei die Jagd auf das Horn, das in Ostasien als Potenz steigerndes und Fieber senkendes Mittel gelte.

In seiner Jahresbilanz kritisiert der WWF auch die Bedrohung der Meere: Jedes Jahr landeten rund 260.000 Tonnen Öl in der Nordsee und 60.000 in der Ostsee. Im Mittelmeer werden einer Studie des WWF zufolge jährlich absichtlich drei Millionen Tonnen Öl "verklappt".

Lichtblicke

Als positive Entwicklungen erwähnte der WWF in seiner Jahresbilanz unter anderem den 30. Geburtstag des internationalen Eisbärschutz-Abkommens. Seit 1973, wird geschätzt, haben sich dank des Abkommens die Eisbären von 10.000 auf 22.000 vermehren können. In China wurden 2003 fünf neue Schutzgebiete für Panda-Bären ausgewiesen. Die letzten 1000 Pandas finden nun auf insgesamt 334.000 Hektar Ruhe. (APA/dpa)

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