Start ohne Chef

4. Jänner 2004, 20:48
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Berliner Opernreform tritt - totz heftigem Widerstand - mit erstem Jänner in Kraft, Stiftungschef gibt es allerdings noch keinen

Berlin - Die Berliner Opernreform geht an diesem Donnerstag offiziell an den Start. Mit Beginn des neuen Jahres tritt das Gesetz in Kraft, mit dem die Staatsoper Unter den Linden, die Deutsche Oper und die Komische Oper bei künstlerischer Eigenständigkeit unter dem Dach einer Stiftung weitergeführt werden. Offen ist allerdings noch, wer als Generaldirektor die neue Opernstiftung leiten soll.

Barenboim warnt vor "Nivellierung nach unten"

Das Berliner Abgeordnetenhaus hatte das Gesetz Mitte Dezember unter heftigem Widerstand der Staatsoper auf den Weg gebracht. Deren künstlerischer Leiter, Daniel Barenboim, warnte von einer "Nivellierung nach unten". Intendant Peter Mussbach hatte eine drohende Quersubventionierung seines Hauses für die anderen beiden Opernbühnen beklagt.

Stellenabbau

Mit der Zusammenlegung von Werkstätten und Verwaltung ist auch ein Abbau von 220 Stellen in den nächsten Jahren verbunden. Insgesamt sollen die Kosten der drei Häuser bis 2009 um 33,2 Millionen Euro pro Jahr gesenkt werden. Sie liegen gegenwärtig bei 113 Millionen Euro. Da der Bund gleichzeitig mehrere Berliner Kultureinrichtungen übernimmt, stehen den Berliner Opern im kommenden Jahr 96,8 Millionen Euro zur Verfügung. So übernimmt der Bund unter anderem die Stiftung Deutsche Kinemathek mit dem Filmmuseum sowie die Akademie der Künste. Mit der Opernstiftung wird der Berliner Haushalt um jährlich 9,6 Millionen Euro entlastet. (APA/dpa)

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