Ein Mail kostet zehn Sekunden

25. Jänner 2004, 16:47
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Microsoft im Kampf gegen Spam: Dank neuer Technologie sollen Spammer für Mails "zahlen"

Computernutzern in aller Welt macht sie das Leben schwer: die lästige Reklame im Internet namens Spam. 2003 hat die Anzahl des verschickten Spams erstmals die der legitimen Mails hinter sich gelassen, die Auswirkungen sind klar (Der Webstandard berichtete).

Auch der Softwaregigant Microsoft hat sich nun entschlossen, das Problem zu bekämpfen. Wie BBC berichtet, hat das Projekt Penny Black zum Ziel, das enorme Spam-Aufkommen zu minimieren.

Puzzles

Der grundsätzliche Gedanke liegt darin, dass die Spammer nun für versendete Mails zahlen müssen, erklärt Ted Wobber von der Microsoft Research Group. Diese Zahlungen haben aber nichts mit Geld zu tun, sie finden in der Währung "Computerpower" statt. Dies soll dadurch erreicht werden, dass kryptografische Puzzles gelöst werden müssen. Belastet werden dabei entweder der Prozessor oder Speicher, beide Möglichkeiten sind derzeit im Gespräch, Studenten der Stanford Universität testen bereits den ersten Ansatz.

"Da ich dich nicht kenne, muss ich beweisen, dass ich zumindestens eine geringe Menge an Zeit und Resourcen aufwende, um ein Mail zu senden – das ist der Hintergedanke des Projekts", so Wobber. Dadurch sollen die Computer professioneller Spammer verlangsamt werden, Privat-User sind aber nicht betroffen. Natürlich soll es auch Möglichkeit geben, vertrauenswürdige Versender von Mails auf eine eigene Liste zu setzen.

10 Sekunden Preis pro Mail

Für die Microsoft-Forscher ist ein Tag 80.000 Sekunden lang. Gebe es einen 10 Sekunden "Preis" pro Mail, könnten Spammer nur noch 8000 Mails pro Tag versenden. Normalerweise werden aber Millionen Mails am Tag versendet. Um das möglich zu machen, müssten Spammer in bessere Hardware investieren, was allerdings das Spammen unrentabel machen würde.

Die Empfänger der Mails würden durch dieses Verfahren nicht belastet.

Paul Wood vom IT-Sicherheitsunternehmen MessageLabs hält diesen Ansatz, die Kosten der Sapm-Mails von den Empfängern zu den Sendern zu verschieben, für geeignet. Allerdings betont er, dass auf offene Standards geachtet werden müsse.(red)

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