Jackson klagt über grobe Behandlung

1. Jänner 2004, 20:50
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Polizei soll ihm Schulter ausgerenkt haben - Popstar betrachtet sich als Opfer einer gemeinen Intrige

New York - Der wegen Kindesmissbrauchs angeklagte Popstar Michael Jackson betrachtet sich als Opfer einer gemeinen Intrige. "Das ist eine Verschwörung", sagte er in einem Aufsehen erregenden Exklusiv-Interview des Fernsehsenders CBS, das in der Nacht auf Montag ausgestrahlt wurde. Von der Polizei in Kalifornien will er grob misshandelt worden sein. Der Familie des Buben, an dem er sich angeblich vergangen hat, warf er Geldgier vor.

Die Eltern des heute 14-jährigen Kindes, das Jackson zwischen Februar und März laut Anklage sieben Mal sexuell missbrauchte, hätten den Buben zum Lügen veranlasst. "Die Sucht nach Geld ist die Wurzel allen Übels." Allerdings räumte der Sänger und Tänzer gegenüber dem CBS-Journalisten Ed Bradley ein, dass diesmal keine finanziellen Forderungen an ihn gestellt wurden. Vor zehn Jahren hatte er mehrere Millionen Dollar dafür gezahlt, dass eine Familie in einem ähnlichen Fall ihre Anzeige zurückzog.

"Das ist nicht er, ich kenne sein Herz"

Er sei überzeugt, dass auch der jetzt betroffene Bub von seinen Eltern dazu gezwungen wurde, gegenüber der Staatsanwaltschaft zu lügen. "Das ist nicht er, ich kenne sein Herz." Er habe dem Kind mit einem Aufenthalt auf seiner Neverland-Ranch geholfen, die Folgen einer Krebsbehandlung zu verkraften. Der Bub sei "völlig kahlköpfig und weiß wie Schnee durch die Chemotherapie" gewesen, als er zu ihm kam. "Ich habe vielen, vielen Kindern, tausenden Kindern geholfen, Krebs-Kindern, Leukämie-Kindern. Dies ist eines von vielen."

Die Anschuldigungen des Missbrauchs seien "vollkommen falsch", sagte der Popmusiker. "Bevor ich einem Kind wehtun würde, würde ich mir die Pulsadern aufschlitzen." Der 45-Jährige sagte, er finde bis heute nichts Anstößiges daran, mit einem fremden Kind im selben Bett zu sein. Er hätte auch nichts dagegen, wenn seine eigenen drei Kinder mit fremden Erwachsenen im selben Bett übernachten würden, solange er sie persönlich kenne und ihnen vertraue.

"Sehe das Gesicht Gottes"

Der betreffende Bub sei tatsächlich in seinem Bett gewesen. Allerdings habe er selbst nicht mit in dem Bett gelegen, sondern daneben auf dem Boden geschlafen. Jackson verwies zur Begründung seiner Zuneigung zu Kindern darauf, dass er selbst keine gute Kindheit gehabt habe. In seinem Song "Childhood" habe er das schon vor Jahren beschrieben. "Wenn ich Kinder sehe, dann sehe ich das Gesicht Gottes. Deshalb liebe ich sie so sehr."

Die Polizei beschuldigte Jackson, ihm nach seiner Verhaftung am 20. November eine Schulter ausgerenkt zu haben. "Ich habe immer noch Schmerzen." Der Sender zeigte ein Foto des Sängers mit einem blutunterlaufenen und geschwollenen Unterarm. Es sei kurz nach Jacksons Freilassung gegen Kaution aufgenommen worden. Jackson erklärte, ihm seien Handschellen mit den Armen auf dem Rücken viel zu eng angelegt worden.

Er sei zudem 45 Minuten lang auf einer mit Fäkalien übersäten Toilette eingesperrt und verhöhnt worden. Ein Sheriff habe zu ihm gesagt: "Gefällt dir der Gestank, ist er gut genug für dich?" Staatsanwalt Tom Sneddon, der bereits 1993 wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch gegen Jackson ermittelte, wies ähnliche Vorwürfe der Jackson-Familie bereits vor der CBS-Sendung zurück. Der Musiker sei "fair und genau nach den Regeln" behandelt worden.(APA/dpa)

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    "Bevor ich einem Kind wehtun würde, würde ich mir die Pulsadern aufschlitzen"

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