Spionage-E-Mails haben Hochsaison

7. Jänner 2004, 10:27
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Vertrauenswürdig aussehende Mails wollen Kreditkarten- und Kundeninformationen - Experten befürchten sprunghaften Anstieg

Sicherheitsexperten warnen rund um die letzten Tage des Jahres vor einem vermehrten Aufkommen von Spionage-E-Mails. Diese Mails, die bislang vor allem Kunden von Firmen wie Citibank, eBay, PayPal oder Visa betrafen, werden in den nächsten Monaten einen sprunghaften Anstieg erleben. Anwender sollten besonders darauf achten welche Daten sie im Internet preisgeben, so die Experten.

Auf den ersten Blick scheint alles ok

Die Absender derartiger Spionage-Mails geben sich wahrlich alle Mühe um unvorsichtige Anwender zu täuschen. auf den ersten Blick wirken die Schreiben, meist mit ordentlichem Briefkopf und Firmenlogo wie offizielle Schreiben der Anbieter. In den Mails findet sich dann auch ein Link auf eine Webseite - auch diese erweckt den Eindruck es könnte sich um eine offizielle Webseite handeln. Auf der gefakten Webseite werden die Kunden dann aufgefordert ihre Kreditkarteninformationen zu erneuern oder Kundendaten neu anzulegen.

Softwareumstellung

Um nicht den Argwohn der User auf sich zu ziehen, haben die Betrüger einen beliebten Trick im Repertoire. So erfordere eine Softwareumstellung die erneute Eingabe der Daten. Immer öfter warnen die Spionage-Mails vor Spionage-Mails und fordern den User auf, die URL im Mail anzuklicken und seine Kundendaten zu ändern, da nur so eine missbräuchliche Verwendung ausgeschlossen werden könnte. Die angegebenen URLs nutzen Fehler in den Internet Browsern und leiten die unvorsichtigen User dann wieder auf gefakte Seiten um.

Hochsaison zu den Feiertagen

Besonders rund um die Feiertage melden Experten ein vermehrtes Auftreten derartiger Spionage-Mails. Viele User scheinen durch den vorweihnachtlichen und vorsilvester Stress abgelenkt und dürften den Aufforderungen der Betrüger ohne Nachdenken nachkommen. Dieser neue Trend mit E-Mails zu betrügen, wird Phishing genannt und treibt in den USA seltsame Hochblüten. Wie die Webseite anti-phishing.org meldet, kamen nun nicht nur mehr Kunden von Citibank, eBay, PayPal oder Visa in den Genuss der Spionage-Mails, sondern auch AOL-Kunden wurden erst kürzlich mit einem derartigen Mail zur Preisgabe ihrer Daten aufgefordert.

Hilfe

Derzeit gibt es noch keine technische Lösung dieser Problematik. Kunden, die per Mail aufgefordert werden ihre Daten erneut anzugeben sollte sich zunächst auf der offiziellen Seite nach einer entsprechenden Ankündigung der Anbieter umsehen. Ist eine solche nicht vorhanden, empfehlen Experten den Anbieter telefonisch zu kontaktieren und sich zu näheren Details zu erkundigen. Keinesfalls sollten URLs innerhalb von Mails angeklickt werden, wenn nicht absolute Sicherheit gewährleistet ist. Die einzige Möglichkeit dieser Problematik zu entgehen ist daher eine gute Portion Misstrauen und - wie schon bei den Mail-Viren - nicht auf jedes Feld innerhalb einer Mail zu klicken.(red)

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