Erdbeben nicht vorhersagbar

5. Jänner 2004, 15:51
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Platten der Erdkruste bewegen sich zu langsam - mit Info-Grafik

Wien - Erdbebenkatastrophen wie jene in der iranischen Stadt Bam sind prinzipiell nicht vorhersagbar: Das sagte Leiter des seismologischen Dienstes der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), Wolfgang Lenhardt, heute, Sonntag zur APA. Die Bewegungen der Erdplatten seien zu gering und zu langsam, um solche Analysen durchführen zu können.

Wetter für 1000 Jahre vorhersagen

Er zog einen Vergleich mit der Wettervorhersage: Hier habe man es mit Prozessen zu tun, die sich im km/h-Bereich bewegen, wodurch eine Voraussage auf mehrere Tage möglich sei. Seismologische Betrachtungen widmen sich hingegen wesentlich langsameren Vorgängen, meinte er: "Bei den Platten haben wir Geschwindigkeiten von Zentimetern bis hinunter in verschwindend kleinen Beträge pro Jahr." Hier eine Vorhersage zu treffen, sei vergleichbar mit einer Wettervorhersage für tausende Jahre.

Beginne ein Erdbeben, sei es bereits zu spät für eine Warnung, da sich die Wellen mit bis zu 6.000 Metern pro Sekunde bewegen. "Da brauche ich keine Vorhersage mehr", sagte der Wissenschafter.

Schub der afrikanischen Platte

Im gegenständlichen Fall habe es sich um einen "Schub der afrikanischen Platte auf die eurasische" gehandelt. Die Änderung betrug hier zwei Zentimeter, so der Seismologe.

In Österreich sind potenzielle Bebengebiete auf einer von der ZAMG erstellten Karte verzeichnet. Abrufbar ist diese unter www.zamg.ac.at. (APA)

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