Im Parmalat-Strudel

2. Jänner 2004, 17:09
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Ex-Europacupsieger AC Parma nach Insolvenz des Hauptfinanziers vor ungewisser Zukunft

Parma - Der frühere Fußball-Europacupsieger AC Parma steht nach der Verhaftung von Klub-Besitzer Calisto Tanzi im Zusammenhang mit der Insolvenz seines Lebensmittel-Konzerns Parmalat vor einer ungewissen Zukunft. Zur Rettung des mit 50 Millionen Euro verschuldeten Vereins, der in der italienischen Serie A derzeit den sechsten Platz belegt, hofft Parmas Führungsriege auf eine Kapitalaufstockung oder auf den Einstieg lokaler Investoren. Zudem müssen zur Bereinigung der Bilanzen, deren Verluste in den vergangenen Jahren stets Tanzis Unternehmen aufgefangen hatte, voraussichtlich mehrere Spieler verkauft werden.

Ausverkauf bereits im Gang

Bereits als perfekt meldete die Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" am Sonntag den Wechsel von Torhüter Sebastian Frey zum Saisonende für 15 Millionen Euro Ablöse zum Premier-League-Klub Chelsea London. Parmas Sportdirektor Patrick Nebiolo plant außerdem den Verkauf des italienischen U21-Nationalstürmers Alberto Gilardino, für den Champions-League-Sieger AC Mailand und Meister Juventus Turin schon 18 Millionen Euro Ablöse geboten haben. Milan und sein Lokalrivale Inter interessieren sich außerdem für Mittelfeldspieler Marco Marchionni, dessen Marktwert auf rund zwölf Millionen Euro taxiert wird.

Tanzi, der zu 98,7 Prozent an Parma beteiligt ist, sitzt nach dem Skandal um seinen Konzern wegen Betrugs, Bankrotts, Steuerbetrugs und Bilanzfälschung in Haft. Der 65-Jährige war 1987 als Aktionär bei Parma eingestiegen und ist seit 1990 Eigentümer des Klubs. Tanzis ebenfalls in die Parmalat-Affäre verwickelter Sohn Stefano fungiert als Präsident des Vereins.

Schöne Bescherung für Italiens Schiris

Roma-Präsident Franco Sensi zeigte sich zu Weihnachten wieder einmal in Geberlaune. Sensi schickte allen italienischen Elite-Schiedsrichtern sechs Flaschen teuren Champagner und Schinken. 1999 hatte Sensi an die Referees noch Rolex-Uhren verteilt, weshalb er sich damals wegen Sportbetrugs vor Gericht verantworten musste.

Die anderen Spitzenklubs Italiens sind zurückhaltender. Juventus, Inter Mailand, AC Milan, Lazio Rom etc. beschränkten sich auf Kartengrüße an die Pfeifenmänner. (sid/APA/AFP/SIZ)

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    Marco Marchionni im Duell mit Juves Paolo Montero. Parmas-Mittelfeld Mann wird von beiden Mailänder Großklubs umworben

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