Lückenhaftes Überwachungssystem erschwert Ermittlungen

1. Jänner 2004, 21:14
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Fünf Supermarktketten nahmen Faschiertes aus ihren Regalen

Washington - Ein lückenhaftes Überwachungssystem erschwert nach amerikanischen Medienberichten die Suche der Behörden nach möglicherweise weiteren BSE-infizierten Rindern. Die "Washington Post" berichtete am Samstag, die Ermittler wollten zunächst feststellen, ob andere Rinder dasselbe verseuchte Futter erhalten hätten wie die erkrankte Kuh im US-Bundesstaat Washington. Es gebe jedoch kein funktionierendes Überwachungssystem, dass es den Ermittlern ermögliche festzustellen, wo die infizierte Kuh geboren wurde.

"Die epidemologische Untersuchung ist zu einem verworrenen Netz verschiedener Möglichkeiten geworden", sagte der Chefveterinär des Landwirtschaftsministeriums, Ron DeHaven. Einige der Spuren führten nach Kanada, andere zum Bundesstaat Washington, aber auch zu anderen Bundesstaaten. DeHaven kündigte an, dass fast 100 Millionen Rindern im Land künftig Mikrochips zur Überwachung ihres Werdegangs eingepflanzt werden sollen.

"Wir sind auf gutem Weg, ein Überwachungssystem aufzubauen", sagte DeHaven. Die Arbeit daran soll nach dem BSE-Fall beschleunigt werden. Mit dem Mikrochip könnten jede Kuh individuell registriert und ihr Werdegang anhand von Aufzeichnungen sofort nachvollzogen werden. In Europa und Kanada sind Systeme zur Identifizierung und Rückverfolgung der Kühe üblich.

Mit der Erklärung, dass Präsident George W. Bush weiterhin Rindfleisch esse, versuchte das Weiße Haus unterdessen, die Konsumenten zu beruhigen. Doch viele Verbraucher zeigten sich dennoch beunruhigt. In den Bundesstaaten Oregon und Washington nahmen fünf Supermarktketten deshalb bereits Faschiertes aus ihren Regalen. (APA/dpa)

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