Cable & Wireless Xpoint will Telefonie-Lizenz

25. Jänner 2000, 22:36

Internet Service Provider forciert Breitbanddienste - Neue Businesskunden durch Sprachtelefonie

Wien - Der vor kurzem vom britischen Telekomriesen Cable & Wireless übernommene Internet Service Provider Xpoint hat bei der Telekom Control einen Antrag zur Erteilung einer Telefonie-Lizenz eingebracht. Wie Xpoint-Geschäftsführer Kurt Schlemmer am Dienstag, vor Journalisten bekannt gab, will der Provider dadurch sein Angebot an Breitbanddiensten und IP-Technologien erweitern. "Wir wollen keine Konkurrenz zu den anderen Telekomanbietern werden, sondern unsere Datendienste optimieren", so Schlemmer.

Xpoint will mit der Telefonie-Lizenz rasch einen von der Telekom unabhängigen Zugang zur "letzten Meile", also die Anbindung des globalen IP-Netzwerks zum einzelnen Kunden hin erreichen. Der Kunde kann dann sog. "Value added Services" aus einer Hand über das globale C&W-Netz empfangen, ohne am Telefonnetz der Telekom zu hängen. Neben dem Angebot von Sprachdienstleistungen wie Voice over IP soll mit dem internationalen Backbone-Anbieter C&W auch die ADSL- und xDSL-Technologie forciert werden. "Wir wollen uns als Bandbreitenprovider positionieren", kündigt der Xpoint-Chef an.

Nummer Eins

Bei den Businesskunden will der bisher kaum in Erscheinung getretene Provider ganz nach oben. "Wir wollen irgendwann natürlich die Nummer Eins in Österreich werden." Derzeit hat Xpoint "einige tausend" Kunden und erreichte 1999 einen Jahresumsatz von 30 Mio. Schilling. Das in Wien-Floridsdorf beheimatete Unternehmen mit acht Standorten in Österreich beschäftigt derzeit 20 Mitarbeiter.

In den laufenden ADSL-Streit zwischen der Telekom Austria und der ISPA – Provider Inode hat mittlerweile eine Klage eingereicht - will sich Xpoint nicht einmischen: "Es ist Sache der ISPA, die ADSL-Gespräche mit der Telekom mit einigem Verhandlungsgeschick zu führen, um zu einem positiven Abschluss zu kommen", kommentierte Xpoint-Marketing-Chef Igor Schellander die jüngsten Ereignisse. Schlemmer gab an, dass derzeit lediglich ein Prozent seiner Kunden den Highspeed-Internetzugang verlange. (pte)

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